Unsere Empfehlungen

Kühn hat Ärger

Autor: Jan Weiler

Verlag: Piper

ISBN: 978-3-492-05757-8

Preis: 20,00 €

Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (April 2018)

Kühn hat Ärger

So richtig belastbar ist der Münchener Kommissar Martin Kühn nach seinem Burnout und der nachfolgenden Reha noch nicht. Seine Frau und seine Kinder sind ihm fremd geworden, bei seiner Frau vermutet er sogar einen Nebenbuhler. Die Situation in der heimischen Neubausiedlung ist immer noch angespannt, Ausdünstungen und üble Gerüche in den Kellern …

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So richtig belastbar ist der Münchener Kommissar Martin Kühn nach seinem Burnout und der nachfolgenden Reha noch nicht.
Seine Frau und seine Kinder sind ihm fremd geworden, bei seiner Frau vermutet er sogar einen Nebenbuhler. Die Situation in der heimischen Neubausiedlung ist immer noch angespannt, Ausdünstungen und üble Gerüche in den Kellern vergiften die Räume und die Stimmung ihrer Bewohner. Auch ein Mordfall macht Kühn Kopfzerbrechen. Ein Jugendlicher wurde nachts im Münchener Nobelviertel Grünwald brutal erschlagen. Er pflegte einen engen Kontakt zu der wohlhabenden Familie van Hauten und dessen Tochter, obwohl er sich selbst eher im kriminellen Milieu Münchens bewegt hatte. Die Ermittlungen führen Kühn in die scheinbar heile Welt der Reichen, welche er zuvor nicht kannte.
Wieder einmal stellt Kühn sich dabei selbst in Frage. Er findet Gefallen an dieser perfekten Familie van Hauten und deren gepflegten Manieren, diese Familie ist so ganz anders als er vermutet hat. Aber auch diese Familie hat so ihre Macken.

Auch dieser zweite Kriminalroman um den Kommissar Kühn ist spannend und hält so manche Überraschung bereit. Jan Weiler behält den genauen Blick auf die Gesellschaft und schreibt unterhaltsam über Alltägliches. Er schreibt so überzeugend, dass man Kühn all seine kleinen Fehler verzeiht und diese eher amüsant empfindet. Man fühlt quasi mit Kühn, versteht seinen Ängste und Sorgen. So ganz nebenbei ist man dabei, wie Kühn wieder einmal einen Mörder überführt.

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Olga

Autor: Bernhard Schlink

Verlag: Diogenes

ISBN: 978-3-257-07015-6

Preis: 24.00 €

Buchtipp von: Rainer Francke (März 2018)

Olga

In seinem neuen Roman erzählt Bernhard Schlink von einer beeindruckenden Frau: Olga Rinke. Geboren im ausklingenden 19. Jahrhundert in ärmlichen Verhältnissen, die ihr bestenfalls ein Leben als Magd vorbestimmt haben, nimmt sie ihr Schicksal selbst in die Hand. Sie erkämpft sich den Besuch von höherer Schule und die Ausbildung zur Lehrerin. Noch …

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In seinem neuen Roman erzählt Bernhard Schlink von einer beeindruckenden Frau: Olga Rinke. Geboren im ausklingenden 19. Jahrhundert in ärmlichen Verhältnissen, die ihr bestenfalls ein Leben als Magd vorbestimmt haben, nimmt sie ihr Schicksal selbst in die Hand. Sie erkämpft sich den Besuch von höherer Schule und die Ausbildung zur Lehrerin. Noch zu Schulzeiten beginnt ihre ungewöhnliche Freundschaft zu Herbert König, dem Sohn des Gutsherrn, aus der später eine ebenso einzigartige Beziehung wird. Herbert ist Abenteurer, geht mit der kaiserlichen Armee nach Deutsch-Südwest, erforscht alleine mit Hund Karelien und versucht sich schließlich an einer Expedition in die Arktis.
Olga nimmt an Herberts Leben teil, ohne bestimmen zu können. Abgelehnt von der großbürgerlichen Familie Herberts wird sie in den letzten Reichswinkel hinter Tilsit verbannt, ohne dass das ihren Willen brechen und die Beziehung zu Herbert verhindern könnte. Nach dem Scheitern von Herberts Expedition und seinem Tod ist sie ganz auf sich gestellt. Durch eine Krankheit taub geworden, verliert sie in der Nazizeit ihre Stelle als Lehrerin, schlägt sich als Näherin durch. Nach dem Krieg flieht sie in den Westen, wo sie in der Familie des Erzählers arbeitet. Sie stirbt hochbetagt bei einem Anschlag auf ein Bismarckdenkmal.
In drei Teile gliedert Bernhard Schlink seinen Roman: der erste Teil schildert eher sachlich Olgas Leben. Im zweiten Teil wechselt die Perspektive zu der des Erzählers, der sie als Kleinkind kennenlernt und bis in sein Erwachsenleben von ihr liebevoll distanziert begleitet wird. Der dritte Teil besteht aus Briefen Olgas, die der Erzähler in Norwegen entdeckt, und die schließlich ihre gesamte Persönlichkeit erschließen helfen.
Olga ist klarsichtig. Früh erkennt sie, dass das Streben nach „Größe“ ins Verderben führt: Deutschland will zu groß sein, was in die Weltkriege führt. Herbert will Großes, was ihn selber ins Verderben stürzt und ihr gemeinsames Glück verhindert. Und doch kann auch eine starke Frau wie Olga beides nicht verhindern. Beeindruckend, wie sie trotzdem ihr eigenes, willensstarkes Leben lebt, ihre Werte versucht weiterzugeben und zu lernen. Und bewegend, wie sie in ihren Briefen an den vermissten Herbert reflektiert, menschlich hin- und hergerissen zwischen Gefühlen der Liebe, Wut, Verlust und Hoffnung gleichermaßen.
Ein beeindruckendes Portrait einer Frau, stellvertretend für viele ihrer Generation, die ihr Leben unter ihren Möglichkeiten führen mussten. Absolut lesenswert!

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Summer Girls

Autor: Jobien Berkouwer

Verlag: Penguin

ISBN: 978-3-328-10222-9

Preis: 13,00 €

Buchtipp von: Stefan Decken (März 2018)

Summer Girls

Lot van Dijk ist Profilerin bei der niederländischen Polizei. Nach ihrer Ausbildung und ersten Einsätzen in Amsterdam wird sie allerdings in die Provinz versetzt, in die Großgemeinde Regiotwente unweit der Grenze zu Deutschland. Losser und Denekamp, weiter östlich dann Gronau und Ahaus, in diesen Städtchen pulsiert ganz bestimmt nicht das Leben. …

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Lot van Dijk ist Profilerin bei der niederländischen Polizei. Nach ihrer Ausbildung und ersten Einsätzen in Amsterdam wird sie allerdings in die Provinz versetzt, in die Großgemeinde Regiotwente unweit der Grenze zu Deutschland. Losser und Denekamp, weiter östlich dann Gronau und Ahaus, in diesen Städtchen pulsiert ganz bestimmt nicht das Leben. Im Gegenteil. Die Polizeiarbeit besteht im Einfangen von ausgebrochenen Pferden und der Bekämpfung von Kleinstkriminellen. Zudem wird Lot von manchen ihrer männlichen Kollegen nicht wirklich akzeptiert. Eine Frau bei der Polizei, und dann noch als Profilerin? Was ist das für ein neumodischer Kram?
Dann wird nach einem heftigen Sommersturm eine Leiche gefunden. In einer einsam gelegenden Waldhütte. Eine junge Frau, erst erschlagen und später an einem Deckenbalken aufgehängt. Lot sieht ihre Chance, sich zu behaupten, erstellt ein Täterprofil. Es weist eindeutig auf einen Serienmörder hin, doch sie wird nur müde belächelt. Ein Mehrfachkiller, hier bei uns?
Bis im Wald ein zweites Mädchen gefunden wird ...

Jobien Berkouwer arbeitete über fünfzehn Jahre in verschiedenen Abteilungen der niederländischen Polizei, unter anderem im Rang einer Hauptkommissarin. Heute ist sie als Profilerin tätig und berät außerdem Firmen und Privatpersonen im Umgang mit Stalkern und Erpressungen.
Mit "Summer Girls" hat sie einen hochspannenden Thriller vorgelegt. Ja, die Provinz lebt! Und mordet!

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Von dieser Welt

Autor: James Baldwin

Verlag: DTV

ISBN: 978-3-423-28153-9

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (März 2018)

Von dieser Welt

Schon zu Lebzeiten mit literarischen Schwergewichten wie J.D. Salinger, Norman Mailer oder Truman Capote auf eine Stufe gestellt, gehört James Baldwin (1924-1987) zu den ganz Großen der amerikanischen Literatur. Sein erster Roman „Go tell it on the mountain“ wurde vor etlichen Jahren unter die 100 besten englischsprachigen Romanen des 20. …

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Schon zu Lebzeiten mit literarischen Schwergewichten wie J.D. Salinger, Norman Mailer oder Truman Capote auf eine Stufe gestellt, gehört James Baldwin (1924-1987) zu den ganz Großen der amerikanischen Literatur. Sein erster Roman „Go tell it on the mountain“ wurde vor etlichen Jahren unter die 100 besten englischsprachigen Romanen des 20. Jahrhunderts gewählt.
Baldwin kämpfte stetig für Gleichberechtigung der Rassen, der Geschlechter, der Herkunft und war schon früh Teil der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.
Über die letzten Jahre ist er nahezu in Vergessenheit geraten, lange Zeit war keines seiner Werke mehr in deutscher Übersetzung erhältlich.
Doch durch die weiter anhaltende Rassismusdebatte in den USA und die oscarnominierte Dokumentation „I’m not your negro“ im letzten Jahr sind Baldwin und seine Texte wieder aktuell wie lange nicht.
Nun erscheint bei dtv unter dem Titel „Von dieser Welt“ besagter erster Roman in neuer Übersetzung. Er erzählt von John Grimes, einem 14-jährigen Jungen, seiner Familie und dem Leben innerhalb einer kleinen Pfingstgemeinde. Dem Vater, einem fanatischer Hilfsprediger, ist der sensible John ein Dorn im Auge, was er diesen unentwegt spüren lässt. Der Rest der Gemeinde sagt dem Jungen allerdings ein göttliches Schicksal voraus. John selbst, hin und hergerissen zwischen Glaubenseifer, Ablehnung des ihm vorbestimmten Lebens und verwirrt durch erste sexuelle Gefühle, sucht nach seinem eigenen Weg. Doch Baldwins stark autobiographisch geprägter Roman lässt nicht nur John im Fokus stehen. Eingefasst in nur einen einzigen Handlungstag erfahren wir vieles aus dem Leben aller Beteiligter. Welche Leben haben sie geführt? Welche Schicksale ertragen? Was macht sie zu den Menschen, die sie sind? Ein beeindruckender Roman, ein Stück Zeitgeschichte und hoffentlich nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe James-Baldwin-Wiederveröffentlichungen.

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Das Böse - Es bleibt

Autor: Luca D'Andrea

Verlag: DVA

ISBN: 978-3-421-04806-6

Preis: 15,00 €

Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (März 2018)

Das Böse - Es bleibt

Auf der Flucht vor ihrem Mann verunglückt Marlene in einem Schneesturm in den Südtiroler Alpen. Bewusstlos wird sie von einem sonderbaren, alten Bauern aus ihrem schrottreifen Wagen geborgen und zu einer weit abgelegenen Berghütte gebracht. Hier ist Marlene erst einmal sicher. Inzwischen hat ihr Mann, Kopf einer skrupellosen Erpresserbande, …

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Auf der Flucht vor ihrem Mann verunglückt Marlene in einem Schneesturm in den Südtiroler Alpen. Bewusstlos wird sie von einem sonderbaren, alten Bauern aus ihrem schrottreifen Wagen geborgen und zu einer weit abgelegenen Berghütte gebracht. Hier ist Marlene erst einmal sicher. Inzwischen hat ihr Mann, Kopf einer skrupellosen Erpresserbande, entdeckt, dass Marlene sämtliche Saphire aus dem Tresor entwendet hat und daraufhin bereits einen Killer auf sie angesetzt. Denn mit dem Diebstahl hat sie nicht nur den Hass ihres Ehemannes auf sich gezogen, sondern auch das Konsortium mehr als nur verärgert. Für Marlene gibt es kein Zurück mehr, das Konsortium wird nicht eher ruhen, bis es die Steine wieder in seinen Händen hält.

Auch der zweite Roman von Luca D´Andrea spielt wieder in seiner Heimat Südtirol. Mit der Bergkulisse und den einsamen Tälern schafft er in seinen Thrillern eine fast gruselige Atmosphäre. In Italien erschien >Das Böse, es bleibt< unter dem Titel „Lissy“. Sehr passend, denn schon bald erfährt man ein paar wichtige Hintergründe aus dem Leben des verschrobenen Einsiedlers. Unter anderem auch, dass er in seinem Keller Schweine hält und die größte Sau, wie auch mehrere vorherige Schweine, den Namen seiner toten Schwester Lissy trägt. Wenn man dann noch erfährt, was sich auf dem Hof vor etlichen Jahren ereignet hat, kann man erahnen, in welcher Gefahr sich Marlene befindet und was „Lissy“ für eine Rolle spielt.

Mit vielen Komponenten baut D´Andrea Spannung bis zur letzten Seite auf und schnell hat man sich in die Charaktere der Protagonisten eingelesen. Die wichtigen Vorgeschichten einzelner Hauptfiguren lässt der Autor geschickt in die Story einfließen. Auch wenn mir persönlich der Einsiedler zwischendurch etwas suspekt war, hat mich der Thriller bis zum Schluss durchgehend fesseln können.

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Illegal

Autor: Max Annas

Verlag: Rowohlt

ISBN: 978-3-498-00101-8

Preis: 19.95 €

Buchtipp von: Rainer Francke (Februar 2018)

Illegal

Kodjo kommt ursprünglich aus Ghana, lebt jetzt in Berlin. Keiner, der der Armut in seiner Heimat entfliehen musste – sein Vater ist reich. Aber in Berlin ist er illegal. Kommt hier gut zurecht, arbeitet in einem Lokal, hat Freunde und Menschen, die ihm helfen. Trotzdem: er hat keine Aufenthaltsberechtigung. Und das bedeutet, nicht aufzufallen, …

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Kodjo kommt ursprünglich aus Ghana, lebt jetzt in Berlin. Keiner, der der Armut in seiner Heimat entfliehen musste – sein Vater ist reich. Aber in Berlin ist er illegal. Kommt hier gut zurecht, arbeitet in einem Lokal, hat Freunde und Menschen, die ihm helfen. Trotzdem: er hat keine Aufenthaltsberechtigung. Und das bedeutet, nicht aufzufallen, Adressen zu wechseln, der Polizei aus dem Weg zu gehen …
Doch dann beobachtet er aus dem Fenster in einem Abrisshaus einen Mord an einer Prostituierten. Was tun? Er kann nichts unternehmen, sondern nur hoffen, dass der Mörder gefasst wird. Doch dieser hat ihn gesehen, und auf einmal ist Kodjo nicht nur auf der Flucht vor der Polizei, die ihn als Täter verdächtigt. Vielmehr ist auch der wahre Mörder hinter ihm her, und mit ihm seine skrupellosen Helfer …
Weit mehr als ein Kriminalroman, auch ein politisches Buch, glaubwürdig, lakonisch und extrem spannend:

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Eddie muss weg

Autor: Katinka Buddenkotte

Verlag: Satyr

ISBN: 978-3-944035-96-3

Preis: 20,00 €

Buchtipp von: Stefan Decken (Februar 2018)

Eddie muss weg

Britta und Stan - sie versucht, sich mit kleinen Schauspieljobs und als Sprechstimme für Parfümwerbung über Wasser zu halten, er hat sein Medizinstudium mehrmals abgebrochen und teilzeitarbeitet jetzt mit Kindern in einer sozialen Einrichtung. Als Paar ergänzen sie sich nahezu perfekt. Stan sorgt dafür, dass Britta trotz ihrer unbefriedigenden …

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Britta und Stan - sie versucht, sich mit kleinen Schauspieljobs und als Sprechstimme für Parfümwerbung über Wasser zu halten, er hat sein Medizinstudium mehrmals abgebrochen und teilzeitarbeitet jetzt mit Kindern in einer sozialen Einrichtung. Als Paar ergänzen sie sich nahezu perfekt. Stan sorgt dafür, dass Britta trotz ihrer unbefriedigenden finanziellen Situation nicht den Lebensmut verliert. Britta aber verheimlicht ihm, wie ausweglos die Lage tatsächlich ist, denn sie hat nicht nur Geldsorgen.
Als die gemeinsame Wohnung von Stans liebeskummergeplagtem Freund 'besetzt' wird, steigen die beiden kurzerhand in ihren alten Volvo und starten durch Richtung Belgien. Der Wochendtrip führt sie nach Brügge. Doch so spontan wie Stan vermutet ist die Reise gar nicht. Britta verfolgt schon einen Plan. Doch dann treffen sie in einer üblen Touristenkneipe in der Brügger Altstadt auf Eddie, einen sehr mysteriösen Fremden in Hermelinmantel und mit einer Urne im Gepäck ...

"Eddie muss weg" - ein Roman über eine Beziehung und ein tragisches Unglück in der Vergangenheit, erzählt aus zwei Perspektiven. Eine Geschichte von zwei Leben, von denen eines bald enden wird.
Katinka Buddenkotte schafft es, über die letzten Fragen des Lebens mit Tiefgang und Klugheit zu schreiben und dabei durchgehend schreiend komisch zu bleiben.

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Alte Freunde

Autor: John Niven

Verlag: Heyne

ISBN: 978-3-453-26944-6

Preis: 20,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (Februar 2018)

Alte Freunde

Als Alan seinem alten Freund nach Jahren zufällig auf der Straße begegnet, erkennt er Craig kaum wieder. Was ist bloß aus dem coolen Typen von damals geworden? Craig, dem immer alles leichter als anderen fiel. Von allen umschwärmt und von Alan insgeheim beneidet, besonders um seinen steilen Aufstieg zum gefeierten Rockstar. Doch der Erfolg von …

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Als Alan seinem alten Freund nach Jahren zufällig auf der Straße begegnet, erkennt er Craig kaum wieder. Was ist bloß aus dem coolen Typen von damals geworden? Craig, dem immer alles leichter als anderen fiel. Von allen umschwärmt und von Alan insgeheim beneidet, besonders um seinen steilen Aufstieg zum gefeierten Rockstar.
Doch der Erfolg von damals scheint verflogen. Craig ist auf der Straße gelandet. Obdach- und zahnlos bettelt er sich in London durch den Tag. Alan hingegen, der kleine Loser von einst, ist inzwischen ein bekannter Restaurantkritiker, hat glücklich in Adelskreise geheiratet und ist Vater dreier wohlgeratener Kinder. Überrumpelt von dem unerwarteten Wiedersehen bietet er dem gebeutelten Freund an, für einige Tage bei ihm und seiner Familie unterzukommen. Besagte Familie ist zunächst etwas geschockt über den überraschenden Besuch aus Alans Vergangenheit. Doch schon nach kurzer Zeit finden alle Gefallen an dem unkonventionellen Gast und für Craig zeichnet sich sogar ein richtiger Hoffnungsschimmer am Horizont ab. Nur für Alan sieht es plötzlich gar nicht mehr so rosig aus …
John Niven arbeitete lange Zeit für diverse große Plattenfirmen und ist bekannt für seine bitterbösen Satiren über das Musikbusiness und falsche Freunde, sowie für schräge Toilettenszenen. So gesehen ist „Alte Freunde“ wieder ein ganz klassischer Niven.

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