Unsere Empfehlungen
Noch war es Nacht
Autor: Antonella Lattanzi
Verlag: Kindler
ISBN: 978-3-463-40699-2
Preis: 20,00 €
Buchtipp von: Stefan Decken (Dezember 2018)
Ein aufgeheizter, schwüler Augusttag in Rom: Mara, die Tochter von Carla und Vito, feiert ihren dritten Geburtstag. Vito war bisher der einzige Mann in Carlas Leben, doch vor zwei Jahren hat sie sich von ihm getrennt. Seine Liebe war obsessiv, von permanenter Eifersucht durchtränkt, immer wieder gewalttätig. Und jetzt möchte Mara ihren Geburtstag …
WeiterlesenEin aufgeheizter, schwüler Augusttag in Rom: Mara, die Tochter von Carla und Vito, feiert ihren dritten Geburtstag. Vito war bisher der einzige Mann in Carlas Leben, doch vor zwei Jahren hat sie sich von ihm getrennt. Seine Liebe war obsessiv, von permanenter Eifersucht durchtränkt, immer wieder gewalttätig. Und jetzt möchte Mara ihren Geburtstag unbedingt zusammen mit ihrem Vater feiern. Kann das gutgehen, kann der Tag ohne erneute Anfeindungen und Übergriffe gelebt werden? Widerstrebend gibt Carla nach und lädt neben ihren zwei erwachsenen Kindern Nicola und Rosa auch ihren Exmann ein.
Abends sitzen dann alle zusammen am großen Esstisch. Nach langer Zeit ist die Familie wieder vereint. Und wider Erwarten verleben alle einen harmonischen Abend ohne Misstöne. Gegen Mitternacht ist die Feier zu Ende, Nicola, Rosa und ihr Vater verabschieden sich.
Am nächsten Morgen ist Vito spurlos verschwunden... Die Polizei sucht ihn, seine Großfamilie setzt Freunde und Verwandte unter Druck; auch Carla beteiligt sich, irrt tagelang durch das heiße Rom, von neuen, unklaren Gefühlen für Vito getrieben...
"Noch war es Nacht" ist Antonella Lattanzis erster Roman. Ein fein gesponnener Roman - und eben kein Krimi!- um Menschen, die anscheinend nicht aufhören können, einander zu lieben. Wie auch immer sich diese Liebe manifestiert. Und bestimmt nicht allen gut tut.
Weniger anzeigenHeilige und andere Tote
Autor: Jess Kidd
Verlag: DuMont
ISBN: 978-3-8321-9890-9
Preis: 22,00 €
Buchtipp von: Anne Simon (Dezember 2018)
Cathal Flood, ein eigenbrötlerischer und fieser Greis, haust in Bridlemere, in seiner riesigen, verwinkelten und verwahrlosten Villa und gibt stets sein Bestes, wenn es Besucher zu vergraulen gilt. Doch an Maud beißt er sich derzeit die Zähne (seiner ausgelutschten Prothese) aus . Sich um den alten Mann und die Entrümpelung seines völlig …
WeiterlesenCathal Flood, ein eigenbrötlerischer und fieser Greis, haust in Bridlemere, in seiner riesigen, verwinkelten und verwahrlosten Villa und gibt stets sein Bestes, wenn es Besucher zu vergraulen gilt. Doch an Maud beißt er sich derzeit die Zähne (seiner ausgelutschten Prothese) aus . Sich um den alten Mann und die Entrümpelung seines völlig vermüllten Zuhauses zu kümmern ist das aktuelle Projekt der jungen Sozialarbeiterin. Maud bleibt, auch wenn ihr der Alte und sein Haus etwas unheimlich sind. Dass ihr Vorgänger den Job schon nach wenigen Tagen an den Nagel gehangen hat, spornt sie nur weiter an. Voller Motivation bekämpft sie Dreck und Schmutz, ignoriert die wüsten Beschimpfungen des Eigentümers und bringt das alte Gemäuer so Stück für Stück wieder in Schuss. Doch als sie bei ihrer Arbeit immer wieder auf eigenartige Fotos und Dokumente stößt, wird sie misstrauisch. Wer sind die Kinder auf den Bildern? Und was hat es mit dem abgesperrten Bereich in der Villa auf sich? Was verheimlicht Cathal Flood? Als Maud ihrer äußerst schrulligen Vermieterin Renata von den Vorfällen in Bridlemere berichtet, ist diese gleich Feuer und Flamme und wittert sofort ein Verbrechen. Maud bleibt nichts anderes übrig als Detektiv zu spielen, um dem Geheimnis der Familie Flood auf die Spur zu kommen.
Jess Kidds zweiter Roman „Heilige und andere Tote“ besticht, schon wie ihr Debüt, durch eine grandiose Mischung. Zum einen sind da klassische Krimielemente und viel schwarzer Humor, zum anderen einige durchaus spleenige und phantastische Elemente, die in Kombination mit Kidds bildhafter Erzählweise schon fast an magischen Realismus erinnern. Ihre Romane einem konkreten Genre zuzuordnen fällt schwer. Ist aber auch eigentlich nicht nötig - einfach lesen!
1919 - Das Jahr der Frauen
Autor: Unda Hörner
Verlag: ebersbach & simon
ISBN: 978-3-86915-169-4
Preis: 22,00 €
Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (Dezember 2018)
Bisher veröffentlichte die deutsche Schriftstellerin Unda Hörner mehrere Romane, Erzählungen und Biografien, wie zum Beispiel "Ohne Frauen geht es nicht - Tucholsky und die Liebe" und "Auf nach Hiddensee". Diesmal widmet sie sich dem Jahr 1919, den ersten Friedensmonaten nach dem Weltkrieg. Ein Jahr, in dem Frauen viel bewegt und erreicht haben; …
WeiterlesenBisher veröffentlichte die deutsche Schriftstellerin Unda Hörner mehrere Romane, Erzählungen und Biografien, wie zum Beispiel "Ohne Frauen geht es nicht - Tucholsky und die Liebe" und "Auf nach Hiddensee". Diesmal widmet sie sich dem Jahr 1919, den ersten Friedensmonaten nach dem Weltkrieg. Ein Jahr, in dem Frauen viel bewegt und erreicht haben; es sind bekannte und nicht so bekannte Frauen, die dieses Jahr geprägt haben.
Kunst, Kultur und Politik wird von Frauen beeinflusst. Im Januar dürfen Frauen zum ersten Mal auf deutschem Boden wählen und treten an die Wahlurnen. "Zum ersten Mal gewählt" schreibt Käthe Kollwitz am 19.Januar 1919 in ihr Tagebuch. In der Wissenschaft gelingt Marie Curie ein Durchbruch, in Paris gründet sie ihr Radium-Institut. Die Dadaistin Hannah Höch macht Schlagzeilen, Coco Chanel prägt die Modewelt und kreiert ihren Duft Chanel No.5. Für viele Frauen ist es ein Jahr der Emanzipation, allerdings auch das Jahr in dem Rosa Luxemburg ermordet wurde.
Unda Hörner erzählt in einer leichten, erfrischenden und lesenswerten Weise über Suzanne Lenglen, Sylvia Beach, Marie Juchacz, Else Lasker-Schüler, Alma Mahler-Gropius, Caroline von Heydebrand u.v.m. Sie nimmt sich jeden einzelnen Monat des Jahres 1919 vor und verknüpft geschickt die Ereignisse miteinander. Natürlich auch mit den dazugehörigen Männern, ohne die geht es dann doch nicht. Eine gelungene Zeitreise in das Jahr 1919, ein aufregendes Jahr für die Frauen und die Heldinnen dieser Zeit.
Weniger anzeigenDas Auge von Hongkong
Autor: Chan Ho-Kei
Verlag: Atrium
ISBN: 978-3-85535-028-5
Preis: 24,00 €
Buchtipp von: Rainer Francke (November 2018)
Inspektor Kwan, die Polizeilegende von Hongkong, liegt im Sterben – und dabei braucht sein Kollege Sonny dringend die Hilfe seines Mentors, um einen raffinierten Mord in einer Industriellen-Familie im Hongkong des Jahres 2013 aufzuklären. Und Kwan lässt Sonny auch dieses Mal nicht im Stich – sein Tod wird Sonny helfen, den Mörder zu überführen. …
WeiterlesenInspektor Kwan, die Polizeilegende von Hongkong, liegt im Sterben – und dabei braucht sein Kollege Sonny dringend die Hilfe seines Mentors, um einen raffinierten Mord in einer Industriellen-Familie im Hongkong des Jahres 2013 aufzuklären. Und Kwan lässt Sonny auch dieses Mal nicht im Stich – sein Tod wird Sonny helfen, den Mörder zu überführen.
Ein ungewöhnlicher Krimi: er beginnt im Jahre 2013 und verfolgt die Karriere des respektvoll „Auge von Hongkong“ genannten Inspektors Kwan zurück bis zu seinem ersten Fall 1967, als er noch einfacher Streifenpolizist war. Und neben den spannend gestalteten Lösungen der überaus interessanten Fälle gewährt der Autor Chan Ho-Kei Einblicke in die geschichtliche Situationen Hongkongs in dieser Zeit – von den prokommunistischen Unruhen 1967 über die allgegenwärtige Korruption in den 70er-Jahren, die Übergabe Hongkongs in chinesische Verwaltung bis schließlich zur heutigen Situation als chinesische Sonderzone.
Wirklich ebenso spannend wie interessante November-Lektüre.
Sommer in Super 8
Autor: Anne Müller
Verlag: Penguin
ISBN: 978-3-328-60015-2
Preis: 20,00 €
Buchtipp von: Stefan Decken (November 2018)
Schallerup: ein (fiktiver) Ort an der Ostsee nahe Flensburg, in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Hier wächst Clara als mittleres von fünf Kindern in einer Landarztfamilie auf. Ihr Vater ist im Dorf geachtet und respektiert, ihre Mutter organisiert Praxis und Haushalt. Ausflüge an den Strand, abendliche Hausmusik, die aufregenden …
WeiterlesenSchallerup: ein (fiktiver) Ort an der Ostsee nahe Flensburg, in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Hier wächst Clara als mittleres von fünf Kindern in einer Landarztfamilie auf. Ihr Vater ist im Dorf geachtet und respektiert, ihre Mutter organisiert Praxis und Haushalt. Ausflüge an den Strand, abendliche Hausmusik, die aufregenden Vorführungen der neuesten Super-8-Familienfilme, die unbeschwerte Grundschulzeit - es liegt eine heitere Bullerbü-Atmosphäre über Claras Kindheit. Tritop, Softeis, 'Bravo' und 'Mädchen', dann mit 14 Jahren die mobile Tanzschule im Saal der Dorfkneipe, der erste richtige Kuss auf der kalten Bank am Friedhof ... Es könnte ewig so weitergehen.
Doch zunehmend erschüttern die Eskapaden ihres Vaters das Familienleben. Er trinkt mehr als ihm guttut, dann ist er unzufrieden mit sich und der Welt, straft seine Kinder, streitet mit seiner Frau, und der Praxis bleiben die Patienten fern. Clara, die ihren Vater über alles liebt, macht sich große Sorgen. In der Woche vor ihrem 15. Geburtstag spitzt sich die Situation zu.
Spinster Girls - Was ist schon normal?
Autor: Holly Bourne
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-71797-7
Preis: 10,95 €
Buchtipp von: Anne Simon (November 2018)
Endlich aufs College, endlich eine neues Leben. Was sich sicher viele bei einem Schulwechsel denken, hat für Evie eine ganz besondere Bedeutung. Bisher wurde ihr Alltag durch ihre Angststörungen bestimmt, an der alten Schule galt sie nur noch als „die Verrückte“. Therapie und Medikamente bestimmten ihr Leben. Inzwischen geht es ihr besser, Stück …
WeiterlesenEndlich aufs College, endlich eine neues Leben. Was sich sicher viele bei einem Schulwechsel denken, hat für Evie eine ganz besondere Bedeutung. Bisher wurde ihr Alltag durch ihre Angststörungen bestimmt, an der alten Schule galt sie nur noch als „die Verrückte“. Therapie und Medikamente bestimmten ihr Leben. Inzwischen geht es ihr besser, Stück für Stück versucht sie endlich wieder normal zu sein. Sie will wie alle anderen Partys feiern, Dates haben und Freunde finden. Gut, dass ihr schon am ersten Schultag Amber und Lottie über den Weg laufen. Bereits nach kurzer Zeit sind sie unzertrennlich. Und auch ihre anderen Wünsche scheinen für Evie in Erfüllung zu gehen. Konzertbesuche, Geburtstagsfeiern, all das macht ihr inzwischen schon viel weniger Angst. Nur in Liebesdingen läuft es noch nicht so rund. Gut, dass ihre neue Freundinnen ihr beistehen. Gemeinsam gründen sie den Club der „Spinster Girls“. Hier tauschen sie sich über alles aus, was sie beschäftigt. Das sind zunächst vor allem Dating- und Jungsprobleme, aber schon bald geht es auch ganz allgemein um ihr Leben als junge Frauen. In ihrer vertrauten Runde blüht Evie endlich auf und wird immer selbstsicherer. Nur über ihre Krankheit wagt Evie auch mit ihren Freundinnen nicht zu sprechen.
„Was ist schon normal?“ ist der erste Band der Spinster Girls Trilogie - einer tollen Mädchenbuchreihe, die etwas mehr Tiefe bietet als die meisten Teenieromanzen, ihre LeserInnen ernst nimmt und die altersgerecht ein Bewusstsein für Gleichberechtigung und Feminismus schafft.
Den Himmel stürmen
Autor: Paolo Giordano
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-498-02533-5
Preis: 22,00 €
Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (November 2018)
Teresa, Ingenieurstochter aus Turin, macht wie jeden Sommer Ferien auf dem Hof ihrer Großmutter in Apulien. Dieses Mal wird es für Teresa ein sehr bedeutungsvoller Sommer. Sie macht Bekanntschaft mit den drei Jungs vom Nachbarhof, die dort gemeinsam mit ihrem Ziehvater leben. Schon bald wird Bern, einer der Jungs, ihre erste große Liebe. Doch auch …
WeiterlesenTeresa, Ingenieurstochter aus Turin, macht wie jeden Sommer Ferien auf dem Hof ihrer Großmutter in Apulien. Dieses Mal wird es für Teresa ein sehr bedeutungsvoller Sommer. Sie macht Bekanntschaft mit den drei Jungs vom Nachbarhof, die dort gemeinsam mit ihrem Ziehvater leben. Schon bald wird Bern, einer der Jungs, ihre erste große Liebe. Doch auch Tommaso und Nicola nehmen fortan einen Platz in Teresas Leben ein. Täglich besucht sie die Jungs auf dem Nachbarhof und lernt deren isoliertes Leben, das unter strenger Aufsicht und Leitung von Cesare und seiner Frau geführt wird, kennen. Als Bern in einem darauffolgenden Sommer spurlos verschwindet, bleibt auch Teresa dem Hof fern. Erst zum Begräbnis ihrer Großmutter fährt sie wieder nach Apulien, kann sich der Magie des Hofes nicht entziehen und bleibt. Gemeinsam mit einigen Freunden und auch mit dem zurückgekehrten Bern bewirtschaften sie den Hof. Sie wollen die Welt verändern, ökologisch im Einklang mit der Natur leben, bewegen sich aber in ihrem Eifer am Rande der Legalität. Eine Zerreissprobe für die neu entfachte Liebe zwischen Teresa und Bern wird dann Berns zwanghafter Kinderwunsch.
„Den Himmel stürmen“ ist bereits Giordanos vierter Roman, mit dem er nach seinem Debütroman „Die Einsamkeit der Primzahlen“ wieder voll und ganz überzeugen kann. Teresa erzählt ihre Geschichte rückblickend als erwachsende Frau über einen Zeitraum von 25 Jahren, wobei sich Rückblicke mit Szenen aus der Gegenwart ergänzen. Fehlende Ereignisse werden von Tommaso vervollständigt und so durchlebt der Leser die Geschichte der vier Freunde in ihrer ganzen Tragweite. Freundschaften zerbrechen, Probleme wachsen ins Hoffnungslose, Leidenschaften werden ausgelebt und man spürt den Fanatismus der vier Freunde. Eine Geschichte über die Sehnsüchte der Menschen, die sich immer wieder verlieren und finden und den Himmel stürmen möchten.
Weniger anzeigenSlow Horses
Autor: Mick Herron
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-07018-7
Preis: 24,00 €
Buchtipp von: Rainer Francke (Oktober 2018)
„Slow Horses“ sind ausgemusterte Agenten des britischen Geheimdienstes MI 5, die zusammen im „Slough House“ in London arbeiten und dort unsinnige Aufgaben erfüllen sollen, in der Hoffnung, dass sie ihren Dienst irgendwann von selbst quittieren. Einer von ihnen ist River Cartwright, dem Versagen bei einer großen Antiterrorübung zur Last gelegt …
Weiterlesen„Slow Horses“ sind ausgemusterte Agenten des britischen Geheimdienstes MI 5, die zusammen im „Slough House“ in London arbeiten und dort unsinnige Aufgaben erfüllen sollen, in der Hoffnung, dass sie ihren Dienst irgendwann von selbst quittieren.
Einer von ihnen ist River Cartwright, dem Versagen bei einer großen Antiterrorübung zur Last gelegt wird. Als ein pakistanischstämmiger Jugendlicher in London entführt wird und mit seiner Enthauptung gedroht wird, sieht er seine Chance, sich zu rehabilitieren. Und es gelingt ihm , auch seine Loser-Kollegen aus dem Slough House aus ihrer Lethargie zu reißen, um zusammen mit ihrem bärbeißigen Chef Jackson Lamb und von allen offiziellen Stellen hoffnungslos unterschätzt einer irren Verschwörung mit Verbindungen in ihr „Mutterhaus“ MI 5 auf die Spur zu kommen.
Gute Spionageromane sind selten, umso mehr in der unübersicht-lichen Situation nach dem Kalten Krieg und vielfältiger neuer Bedrohungsszenarien, die Schwarz-Weiß-Darstellungen unmöglich machen. Mike Herron zeigt mit seinem ersten Roman der Jackson-Lamb-Serie, dass es aber trotzdem möglich ist, einen solchen zu schreiben und der Tradition von Eric Ambler zu folgen.