Unsere Empfehlungen

Schlafende Vulkane

Autor: Michael Hjorth + Bjarni Thorsson

Verlag: Wunderlich

ISBN: 978-3-8052-0131-5

Preis: 24,00 €

Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (Juni 2026)

Schlafende Vulkane

Die ständigen Vulkanausbrüche auf Island haben eine Landschaft erzeugt, die an manchen Stellen Ähnlichkeit mit einer Mondoberfläche aufweist. Sie ist karg, schön und gefährlich. Helga vom Dezernat für Gewaltverbrechen vermutet, dass sich der zehnjährige Kristófer in der Vulkanlandschaft vor seinem Vater versteckt, der sehr wahrscheinlich schon …

Weiterlesen

Die ständigen Vulkanausbrüche auf Island haben eine Landschaft erzeugt, die an manchen Stellen Ähnlichkeit mit einer Mondoberfläche aufweist. Sie ist karg, schön und gefährlich. Helga vom Dezernat für Gewaltverbrechen vermutet, dass sich der zehnjährige Kristófer in der Vulkanlandschaft vor seinem Vater versteckt, der sehr wahrscheinlich schon Krisófers Mutter grausam ermordet hat. Es ist der erste Fall für die junge, noch unerfahrene Schwedin Helga und sie muss sich erst noch beweisen.
Bjarki, ein Verkehrspolizist, der ehrenamtlich beim Rettungsdienst arbeitet, soll bei der Suche helfen, denn niemand kennt die Wildnis besser als er. Doch der Mörder hat schon sein nächstes Opfer im Visier und alles bis ins kleinste Detail geplant.

Wie in einem Strudel zieht das Autorenduo den Leser in den Krimi hinein. Die raue Landschaft Islands und das ungleiche Ermittlerpaar Helga und Bjarki geben dem Krimi die nötige Würze. Die Protagonisten scheinen alle irgendwelche zwischenmenschlichen Probleme zu haben und machen neugierig. Die Spannung steigt bis zum Schluss, als klar wird, dass es sich um einen Serienmörder handelt und weitere Frauen in Gefahr sind.
Ich mochte die düstere isländische Atmosphäre und wie sich das ungleiche Ermittlerduo entwickelt. Da kommt schon Vorfreude auf den zweiten Band auf.

Weniger anzeigen

John of John

Autor: Douglas Stuart

Verlag: Hanser

ISBN: 978-3-446-28582-8

Preis: 26,00 €

Buchtipp von: Leo Dahl (Juni 2026)

John of John

Volljährig, Schulabschluss und so schnell wie möglich raus aus dem Elternhaus. Das ist der Werdegang von vielen Kindern, die auf dem Dorf aufwachsen, und genau so hat Cal es auch gemacht. Das Dorf Falabay auf der schottischen Insel Harris könnte nicht abgeschiedener sein. Der nächste Nachbar ist einen halben Kilometer entfernt und abends sagt man …

Weiterlesen

Volljährig, Schulabschluss und so schnell wie möglich raus aus dem Elternhaus. Das ist der Werdegang von vielen Kindern, die auf dem Dorf aufwachsen, und genau so hat Cal es auch gemacht. Das Dorf Falabay auf der schottischen Insel Harris könnte nicht abgeschiedener sein. Der nächste Nachbar ist einen halben Kilometer entfernt und abends sagt man den Schafen aus dem Fenster ‚Gute Nacht‘. Schon früh wusste Cal, dass da draußen noch so viel von der weiten Welt wartet und es ihn nicht für immer im Elternhaus halten wird, und nachdem seine Mutter seinen Vater John verlässt, nur um eine glückliche Familie mit Johns Bruder zu gründen, hält ihn nichts mehr an Ort und Stelle. Er lässt seinen Vater und seine Großmutter Ella zu Hause zurück und zieht nach Edinburgh, um an einer Kunsthochschule für Modedesign zu studieren.
Doch nun hat er das Studium abgeschlossen und hangelt sich von einer Couch zur nächsten, kommt bei Freund:innen und Liebhabern unter und nichts ist je gleich, außer die wöchentlichen Telefonate mit seinem Vater. Als John schließlich davon erzählt, dass es Ella immer schlechter geht und sich jemand um sie kümmern muss, weiß Cal, dass er die Nachtclubs und Schwulenbars in Edinburgh zurücklassen und auf die Insel zurückkehren muss.
Dort erwartet ihn nicht nur sein Vater, der über die Jahre in ein Loch gefallen ist, was er sich selbst geschaufelt hat. Seine Großmutter behauptet, ein Schaf erzähle ihr den neusten Klatsch von der Insel und Doll, mit dem er seit der Kindheit befreundet ist, will nichts mehr von ihm wissen. Außerdem warten alle darauf, dass Cal sich endlich konfirmieren lässt, sich eine Frau sucht (am besten eine Protestantin, die sonntags mit in die Kirche kommt) und sofort mindestens zwei Kinder mit ihm in die Welt setzt. Cal hatte alles von der Insel in einem kleinen Schuhkarton ganz hinten in seinem Kopf aufbewahrt und jetzt sprudeln alle Emotionen und Konflikte heraus und bauschen sich vor ihm auf.
Was er jedoch nicht weiß, was niemand weiß außer Cals Mutter und Johns Nachbar Innes McInnes, ist, dass John und Cal mehr gemeinsam haben als sie vermuten.

Ein Roman über das Leben auf den schottischen Hebriden, über Handwerk und Hinterlassenschaften, über eine komplizierte Vater-Sohn-Beziehung und Männer, die so viel fühlen, aber nichts davon aussprechen.

Weniger anzeigen

Der andere Arthur

Autor: Liz Moore

Verlag: Beck

ISBN: 978-3-406-84333-4

Preis: 26,00 €

Buchtipp von: Rainer Francke (Mai 2026)

Der andere Arthur

Arthur Opp war Literaturdozent, immer schon ein wenig eigenbrötlerisch, und nach einem Zwischenfall hat ihn seine Uni nicht mehr beschäftigt. Seitdem lebt er allein in seinem großen Haus in Brooklyn, das immer mehr verwahrlost und das er auch schon lange nicht mehr verlassen hat. Weil er sich kaum noch bewegt, wiegt er mittlerweile 250 kg – und …

Weiterlesen

Arthur Opp war Literaturdozent, immer schon ein wenig eigenbrötlerisch, und nach einem Zwischenfall hat ihn seine Uni nicht mehr beschäftigt. Seitdem lebt er allein in seinem großen Haus in Brooklyn, das immer mehr verwahrlost und das er auch schon lange nicht mehr verlassen hat. Weil er sich kaum noch bewegt, wiegt er mittlerweile 250 kg – und das isoliert ihn zusätzlich. Seine einzigen Kontakte sind Lieferdienste und ab und an jemand zum Saubermachen.
Nicht weit entfernt lebt der Sohn einer ehemaligen Studentin. Deren Lebensentwurf ist ähnlich gescheitert wie der von Arthur, doch der Wille, dass es ihrem Sohn besser ergehen solle als ihr selbst, bringt sie dazu, Kontakt zu ihrem ehemaligen Lehrer aufzunehmen: vielleicht kann Arthur ihrem Jungen, Kel, zum Schulabschluss und womöglich sogar zu einem Sportstipendium verhelfen. Sie ahnt nichts von Arthurs derzeitiger Verfassung – und er nicht von ihrer …
Ein hoffungsvoller und trauriger Roman zugleich über zerbrochene Lebensentwürfe; darüber, dass und wie man Herausforderungen annehmen kann und dass Empathie und Freundschaft wichtiger sind als manches Materielle – tolle Literatur aus einem anderen Amerika, das es trotz der gegenwärtigen Politik immer gegeben hat und hoffentlich gibt.

Weniger anzeigen

Das Spiel

Autor: Aisling Rawle

Verlag: BTB

ISBN: 978-3-442-76325-2

Preis: 24,00 €

Buchtipp von: Stefan Decken (Mai 2026)

Das Spiel

Lily wacht zusammen mit neun anderen jungen Frauen in einer künstlichen Wohnanlage mitten in der Wüste auf. Bald treffen zehn Männer ein - falls sie den Marsch zu Fuß durch die Wüste überleben. Sie sollen sich zu Paaren zusammentun, jeweils eine Frau und ein Mann. Alle sind jung und schön, alle wollen der echten Welt eine Zeit lang entfliehen. …

Weiterlesen

Lily wacht zusammen mit neun anderen jungen Frauen in einer künstlichen Wohnanlage mitten in der Wüste auf. Bald treffen zehn Männer ein - falls sie den Marsch zu Fuß durch die Wüste überleben. Sie sollen sich zu Paaren zusammentun, jeweils eine Frau und ein Mann. Alle sind jung und schön, alle wollen der echten Welt eine Zeit lang entfliehen. Unzählige Kameras übertragen jede Bewegung, unsichtbare Producer geben Anweisungen und stellen Regeln auf, denen unbedingt Folge geleistet werden soll. Allzu gut ausgestattet ist das Haus zu Beginn noch nicht, aber das kann sich ändern. Wenn die Kandidaten Gruppenaufgaben erfüllen, die mal banal wirken – die Frage, wann habt ihr zum ersten Mal jemanden geküsst? soll beantwortet werden – aber schnell auch härter werden: "Werft eine Person vom Anwesen"…
Nach und nach lichtet sich das Teilnehmerfeld, wie man das aus Reality-Formaten kennt (Big Brother lässt grüßen!), offenbaren sich unterschiedliche Charaktere, formen sich Allianzen und Aversionen. Erzählt wird das alles aus der Perspektive von Lily, einer etwas schlichten jungen Frau, die im wirklichen Leben in einem Kaufhaus arbeitet und Make-Up verkauft.
Das Spiel wird offenbar zur Belustigung der Bevölkerung inszeniert und immer wieder mit neuen Kandidaten neu gestartet. Von der Bevölkerung, dem Leben außerhalb der Anlage, erfahren wir allerdings nichts. Denn über die Außenwelt dürfen die Kandidaten nicht sprechen. Immer wieder streut Rawle jedoch Hinweise ein, die eine dystopische nahe Zukunft suggerieren, eine Welt, die von Umweltkatastrophen geplagt wird, in der Waldbrände drohen, die meisten Menschen nur noch arbeiten, um zu überleben.

Eine Portion "Die Tribute von Panem", eine Portion "Herr der Fliegen", ein wenig "Dschungelcamp": Der erste Roman der jungen irischen Autorin Aisling Rawle verknüpft geschickt Gesellschaftssatire und Dystopie. Spannend, klug komponiert und sehr unterhaltsam!

Weniger anzeigen

Mord in der Pension Möwennest

Autor: Jess Kidd

Verlag: DuMont Buchverlag

ISBN: 978-3-7558-0067-5

Preis: 18,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (Mai 2026)

Mord in der Pension Möwennest

Eine heruntergekommene Pension an der Nordwestküste Englands, Gäste, die mehr als ein Geheimnis haben, eine ehemalige Nonne als Ermittlerin, ein Chief Inspector, der im Dunkeln tappt, jede Menge Kaninchen, und schließlich auch mehr als eine Leiche. Das sind die Hauptbausteine, aus denen „Mord in der Pension Möwennest“, der Auftakt zur Reihe um …

Weiterlesen

Eine heruntergekommene Pension an der Nordwestküste Englands, Gäste, die mehr als ein Geheimnis haben, eine ehemalige Nonne als Ermittlerin, ein Chief Inspector, der im Dunkeln tappt, jede Menge Kaninchen, und schließlich auch mehr als eine Leiche. Das sind die Hauptbausteine, aus denen „Mord in der Pension Möwennest“, der Auftakt zur Reihe um Ex-Nonne Nora Breen, besteht.
Als Nora Breen an der Küste von Gore-on-Sea im Nordwesten Englands ankommt, genießt sie den Wind und die kühle Seeluft und bemerkt erstmals, wie sehr sie das Meer in all der Zeit vermisst hat. Dreißig Jahre ist es her, dass sie zuletzt an der Küste gewesen ist. Drei Jahrzehnte hat sie als Ordensschwester im Kloster gelebt, bis ihr die immer wiederkehrende Routine, das tägliche Gebet und die Ordenstracht nicht mehr genug waren. Nun hat Miss Breen, vormals Schwester Agnes, die Klostermauern für immer hinter sich gelassen und eine erste Bleibe in der Pension Möwennest gefunden. Hier lebte auch eine ehemalige Novizin und Freundin Noras, die ihr nach dem Verlassen des Klosters regelmäßig schrieb. Doch plötzlich bleiben die Briefe aus und Nora versucht, dem Verschwinden der Freundin auf die Spur zu kommen.
Die Pension selbst und ihre Bewohner bieten ihr mehr als ausreichend Ansätze für eine interessante Ermittlung. Die Gäste sind alle kauzig bis dubios, die Hauswirtschafterin führt ein strenges Regime, die Besitzerin des Hauses scheint nicht von dieser Welt und deren kleine Tochter spukt schweigend durch die Gänge. Und was hat es mit all den Kaninchen auf sich, die das Gelände zu Dutzenden bevölkern?
Als schließlich einer der Gäste tot aufgefunden wird, kommen die Geschehnisse richtig in Fahrt, und Nora hat gleich zwei Fälle zu lösen.

Die englische Küste, ein überschaubarer Handlungsort und eine Handvoll Verdächtiger, alles angesiedelt in den 50er Jahren. All das wirkt doch sehr cosy und auch ein bisschen Agatha Christie schwingt mit. Und so kann man „Mord in der Pension Möwennest“ auch lesen. Doch wer Autorin Jess Kidd kennt, der weiß, dass ihre Bücher immer etwas Besonderes sind. Ein bisschen mehr Fantasie, Humor und Spleen. Auch die Reihe um die gescheiterte Nonne Nora Breen ist eine echte Jess Kidd - wie immer, ein ganz großes Vergnügen.

Weniger anzeigen

Sommer auf Perigo Island

Autor: Perry Chafe

Verlag: mareverlag

ISBN: 978-3-86648-720-8

Preis: 24,00 €

Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (Mai 2026)

Sommer auf Perigo Island

Die eigentliche Geschichte spielt im Sommer 1991 auf Perigo Island, einer Insel vor der Ostküste Neufundlands. Vor drei Jahren kehrte Pierces Vater vom Fischfang nicht mehr nach Hause zurück. Nachdem auch die Küstenwache die Suche aufgegeben hatte, beschloss Pierce, mit dem Schnellboot seines Onkels die Suche allein fortzusetzen. Doch eine …

Weiterlesen

Die eigentliche Geschichte spielt im Sommer 1991 auf Perigo Island, einer Insel vor der Ostküste Neufundlands. Vor drei Jahren kehrte Pierces Vater vom Fischfang nicht mehr nach Hause zurück. Nachdem auch die Küstenwache die Suche aufgegeben hatte, beschloss Pierce, mit dem Schnellboot seines Onkels die Suche allein fortzusetzen. Doch eine plötzliche Angst vor dem Meer und vielleicht auch die etwas ältere Anna Tessier hielten den damals 9-jährigen Pierce davon ab.
Jetzt, drei Jahre später, die Angst vor dem Meer ist Pierce geblieben, verschwindet Anna Tessier spurlos. Pierce trifft es besonders schlimm, denn seit damals hat er so etwas wie eine geheime Verbindung zu ihr. Sie war die einzige, mit der er über seine Ängste über das offene Meer gesprochen hat. Schnell ist ihm klar, dass er Anna suchen muss. Zusammen mit seinen zwei besten Freunden Thomas und Bennie und dessen Cousine will er in das Haus des geheimnisvollen Salomon einsteigen, da sie glauben, dass Anna dort festgehalten wird oder ihr dort gar Schlimmeres passiert ist.
Der alleinlebende 60-jährige Salomon wohnt erst seit 6 Monaten auf der Insel und machte sich schon mehrmals den Jungs gegenüber durch seine eigenbrötlerische und mysteriöse Art verdächtig.

Die Geschichte wird von dem Jungen Pierce erzählt. Sie handelt von einer einzigartigen Freundschaft und Verbundenheit. Erzählt, wie Pierce und seine Mutter den schweren Verlust verarbeiten und ist gleichzeitig ein wunderbarer Familienroman. Sogar Krimifans kommen auf ihre Kosten, wenn die Freunde auf der Suche nach Anna unterwegs sind. Das Ganze wird von einer eindrucksvollen Landschaft untermalt, man hört förmlich die Wellen im Hafen.
Ein Abenteuerroman, aber auch ein Coming-of-Age-Roman, warmherzig und spannend zugleich und mit einem überraschenden Ende. Ein Buch, das man mit einem wohligen Seufzer schließt.

Weniger anzeigen

Medusa in Paradise

Autor: Laura Melina Berling

Verlag: Leykam

ISBN: 978-3-7011-8397-5

Preis: 25,00 €

Buchtipp von: Leo Dahl (Mai 2026)

Medusa in Paradise

'Alles auf Anfang, alles neu, alles besser. Was würdest du in der Welt ändern, wenn du die Wahl hättest? Viele würden sagen: „Natürlich das Patriarchat abschaffen!“ Doch wie einfach ist das wirklich, wenn man selbst in einem patriarchalen System aufgewachsen ist? Worauf muss man alles achten? Und was kommt stattdessen? Das Matriarchat? Nein, denn …

Weiterlesen

'Alles auf Anfang, alles neu, alles besser. Was würdest du in der Welt ändern, wenn du die Wahl hättest? Viele würden sagen: „Natürlich das Patriarchat abschaffen!“ Doch wie einfach ist das wirklich, wenn man selbst in einem patriarchalen System aufgewachsen ist? Worauf muss man alles achten? Und was kommt stattdessen? Das Matriarchat? Nein, denn dann würde man ja das binäre Geschlechtersystem aufrechterhalten, was mittlerweile wirklich veraltet ist. Und überhaupt müssen wir zuerst mal nach Konsens fragen! Möchtest du das hier überhaupt?'
20 Frauen landen nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen, tropischen Insel. Keine Männer in Sicht. Oder…?
Cara erinnert sich nicht mehr an ihren Namen oder an ihr Leben vor dem Absturz. Anne möchte ihr helfen, denn sie ist Krankenschwester (nein, Moment, es heißt Krankenpfleger:in, oder?), aber Siri ist ganz sicher: Anne muss erst nach Konsens fragen!
Kurzerhand bekommt Cara einen neuen Namen, ist aber trotzdem noch so verwirrt wie vorher, denn anstatt sich zu organisieren, den Inhalt der gefundenen Koffer zu verteilen und Schlafplätze aufzubauen, verlieren sich alle immer wieder in Diskussionen.
Haben alle auch ihre Pronomen genannt bei der Vorstellungsrunde? Aber müssen sie das überhaupt, wenn so wie so alle Frauen sind? Sind denn überhaupt alle Frauen? Kann man vom Äußeren auf das Geschlecht schließen und was ist überhaupt eine Frau?
All das wächst Cara schnell über den Kopf, obwohl sie doch nur versucht alles richtig zu machen, und niemanden zu verletzen.
Das Essen wird langsam knapper, waschen würde Cara sich auch gerne mal wieder, und dann hören sie auf einmal Schreie von einem Mann aus dem Wald. (Oder einer Person, denn wir können nicht wissen, dass es ein Mann ist!)
Werden alle überleben und noch viel wichtiger: Werden sie wieder nach Hause kommen?
Ein unheimlich ulkiger Roman, den alle lesen sollten, die sich schonmal als Feminist:in bezeichnet haben. (Und alle anderen eigentlich auch.)

Weniger anzeigen

Letzter Akt

Autor: Andreas Schäfer

Verlag: DuMont Buchverlag

ISBN: 978-3-8321-8183-3

Preis: 24,00 €

Buchtipp von: Rainer Francke (April 2026)

Letzter Akt

Die Schauspielerin Dora, um die 40, kommt ursprünglich aus Deutschland, lebt und arbeitet aber schon lange in England. Dort hat sie in einer bekannten Fernsehserie in einer Rolle als junge Deutsche nach Kriegsende in Großbritannien eine große Bekanntheit erreicht. So berühmt ist sie, dass sie ihr Gesicht oft hinter einer Sonnenbrille verstecken …

Weiterlesen

Die Schauspielerin Dora, um die 40, kommt ursprünglich aus Deutschland, lebt und arbeitet aber schon lange in England. Dort hat sie in einer bekannten Fernsehserie in einer Rolle als junge Deutsche nach Kriegsende in Großbritannien eine große Bekanntheit erreicht. So berühmt ist sie, dass sie ihr Gesicht oft hinter einer Sonnenbrille verstecken muss – und gleichzeitig so frei, dass sie sich traut, in London im Theater zu spielen, und zwar in einer Strindberg-Inszenierung.
Bei der Premierenfeier in einer Bar trifft sie auf den Maler Victor. Sie ist von ihm beeindruckt: scheinbar kennt er sie nicht, hat nie von ihr gehört.
Sie beginnen eine Beziehung, die rasch tiefer wird. Sie ist gerne in seinem Cottage, doch stellt sie fest, dass er sie noch nie auf der Bühne gesehen hat und sie auch keines seiner Bilder kennt. Um noch vertrauter miteinander zu werden, beschließt sie, dass Victor sie malen soll. Und er kommt der Bitte nach. Doch als Dora das fertige Bild erstmals sieht, wird alles anders …
Ein leiser, langsam erzählter Roman um Liebe, Verdrängung und Schuld – berührend.

Weniger anzeigen