Unsere Empfehlungen

Die Unbußfertigen

Autor: Elina Penner

Verlag: Aufbau

ISBN: 978-3-351-04258-5

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Rainer Francke (Januar 2026)

Die Unbußfertigen

In einer nahen Zukunft spielt dieser Roman, in der das Netz und die Sichtbarkeit dort noch mehr als heute die zentrale Rolle im Leben vieler Menschen spielt. Zehn Personen hat eine angesagte App in einem verlassenen Herrenhaus im Niemandsland zusammengebracht: Menschen, die im Netz und auf dieser App große Follower-Zahlen haben und die doch jeder …

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In einer nahen Zukunft spielt dieser Roman, in der das Netz und die Sichtbarkeit dort noch mehr als heute die zentrale Rolle im Leben vieler Menschen spielt. Zehn Personen hat eine angesagte App in einem verlassenen Herrenhaus im Niemandsland zusammengebracht: Menschen, die im Netz und auf dieser App große Follower-Zahlen haben und die doch jeder und jede für sich Schuld auf sich geladen haben.
Und zu der sollen sie sich bekennen, die Influencer, die sowohl Täter als auch Opfer sind. Denn sie haben das Kleingedruckte bei der Nutzung der App und dem Aufstieg im Ranking nicht gelesen: Im Herrenhaus schaut die Internetgemeinde gnadenlos zu …
Und so müssen sich miteinander und mit sich selber auseinandersetzen: Die esoterische Busfahrerin, die Influencerin mit dem Spiel mit Sex als Marke, die Mutter mit ihren Kindern als Werbeobjekt – und Männer mit fiesen, frauen- und menschenverachtenden Kommentaren aus der scheinbaren Anonymität heraus, die plötzlich im grellen Scheinwerferlicht stehen. Und einer nach der anderen verschwindet aus dem Haus …
Ein spannender Roman, ein Blick in die Zukunft, in die sich unsere Gesellschaft teilweise entwickelt: erschreckend und doch humorvoll und packend erzählt! Unbedingt lesenswert!

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This isn't happiness

Autor: Mary Newnham

Verlag: Pola

ISBN: 978-3-7596-0037-0

Preis: 18,00 €

Buchtipp von: Stefan Decken (Januar 2026)

This isn't happiness

Amy und Josh leben in London. Seit zehn Jahren sind sie ein Paar. Sie haben sich gut eingerichtet in ihrerm Reihenhaus, träumen weiterhin von einem Cottage auf dem Land. Eigentlich läuft alles prima. So prima, dass die eigentlich geplante Hochzeit immer wieder verschoben wird, und das schon seit Jahren. Als Josh' (übergriffige) Eltern der …

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Amy und Josh leben in London. Seit zehn Jahren sind sie ein Paar. Sie haben sich gut eingerichtet in ihrerm Reihenhaus, träumen weiterhin von einem Cottage auf dem Land. Eigentlich läuft alles prima. So prima, dass die eigentlich geplante Hochzeit immer wieder verschoben wird, und das schon seit Jahren. Als Josh' (übergriffige) Eltern der Geduldsfaden reißt und sie kurzerhand einen Trautermin festlegen, kann Amy eine unangenehme Wahrheit nicht länger verdrängen: Sie leben in einer Art Langzeitbeziehung, die schon länger eher einer WG als einer wirklich glücklichen Beziehung gleicht. Ihr Liebesleben ist komplett erlahmt. Es knistert nicht mehr. Josh kuschelt lieber mit seinem Seitenschläferkissen als mit ihr, verbringt deutlich mehr Zeit in seinem Fitnessstudio als zuhause und sie selbst findet manche Astronomie-Podcasts mittlerweile überraschend sinnlich. Wie konnte das passieren? In ihrem Bestreben, der Beziehung neuen Schwung zu verleihen, greift sie zunächst zu immer extremeren Maßnahmen ... Um sich dann doch frustriert zu fragen: Möchte sie einfach stillschweigend weiter machen wie bisher und alles hinnehmen oder steht sie für sich ein und gesteht sich ein, dass sie nicht mehr glücklich ist?

Mary Newnham studierte Filmproduktion an der Oxford Brooks University und arbeitete einige Jahre in der Werbebranche. Während dieser Zeit entdeckte sie beim Bloggen über Bloody Mary Cocktails ihre Liebe zum Schreiben. Und hat mit 'This isn't happiness' (im Englischen heißt der Roman übrigens 'Amy Elman doesn't feel sexy') debütiert. Mary Newnham darf/sollte gerne weiter schreiben!

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Die Insel der Schlasocks

Autor: Nils Mohl

Verlag: DTV

ISBN: 978-3-423-76586-2

Preis: 15,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (Januar 2026)

Die Insel der Schlasocks

Es soll ja Leute geben, die nutzen den Begriff „Kinderbuchautor“ eher despektierlich und glauben, damit in einer Diskussion vielleicht sogar einen Stich landen zu können. Komische Leute. Den meisten unter uns ist aber glücklicherweise klar, dass das Schreiben von Geschichten, die junge wie alte Menschen gleichermaßen in ihren Bann ziehen, eine …

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Es soll ja Leute geben, die nutzen den Begriff „Kinderbuchautor“ eher despektierlich und glauben, damit in einer Diskussion vielleicht sogar einen Stich landen zu können. Komische Leute. Den meisten unter uns ist aber glücklicherweise klar, dass das Schreiben von Geschichten, die junge wie alte Menschen gleichermaßen in ihren Bann ziehen, eine große Kunst ist.
Solche Geschichten lassen uns die Welt entdecken, bereichern unseren Wissensschatz und beflügeln die Fantasie. Und sie begleiten uns durchs ganze Leben. Wir wissen bis heute, wie es sich anfühlt, wenn ein Streifen verrutscht ist oder mit Pippi im Limonadenbaum zu sitzen. Wir erinnern uns wie es ist, wenn ein Scheinriese immer näher kommt oder Karlsson wieder all unsere Bonbons alleine auffuttert.
Eine Prise genau dieser Fantasie hat wohl auch Nils Mohl irgendwann mal abbekommen - nach einer ganzen Menge Lyrik und einiger Jugendbücher (für die er mit dem James-Krüss-Preis ausgezeichnet wurde) hat er jetzt sein erstes Kinderbuch geschrieben:

„Die Insel der Schlasocks“ beginnt zunächst äußerst realistisch und trotzdem fast wie in einem klassischen Märchen. Jasper und seine große Schwester Bonnie leben ohne Eltern in einer kleinen Wohnung. Die beiden sind arm und fürchten, selbst die winzigkleine Wohnung bald räumen zu müssen. Bis auf ihr Fahrrad haben sie schon ihr ganzes Hab und Gut verkauft. Obendrein fürchtet Jasper, dass seine geliebte Schwester ihn in ein Internat abschieben will, um weniger auf ihn aufpassen zu müssen und mehr arbeiten zu können.
Da kommt ihm ein tollkühner Plan in den Sinn, den er gemeinsam mit dem Urlaubsnachbarjungen ausheckt. Jasper haut ab - mitten in der Nacht flieht er mit Drohnatella, der selbstgebauten Drohne des alten Nachbarn, über alle Berge. Am nächsten Morgen landet er etwas holprig auf einer Insel irgendwo im Nirgendwo - der Insel der Schlasocks. Schlasocks sind zottelige Monster, die Jasper zunächst im Sand begraben möchten, sonst aber am liebsten nichts tun. Außer ihnen leben hier auch Trütas, Schnarnas und einige mehr. Alle sind Jasper gegenüber äußerst mißtrauisch und wollen den Menschen am liebsten sofort wieder loswerden. Damit er nicht gleich lebendig vergraben oder in den Ozean geworfen wird und die Monster ihn darüber hinaus sogar akzeptieren und schließlich sogar mögen, muss Jasper einiges an Fantasie, Ideen und Tricks aufbringen. Ob und wie Jasper wieder zurück nach Hause kommt, sei hier nicht verraten. Wohl aber, dass sich „Die Insel der Schlasocks“ wirklich ganz hervorragend zum Vorlesen eignet. Die schön spinnerten Gespräche der vielen verschiedenen Monster lassen ganz viel Möglichkeiten, sich stimmlich auszutoben. Ein großer Spaß zum gemeinsamen Erlesen für große und kleine Leute. Zum Vorlesen ab etwa 6 Jahren.

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Der Kuckucksjunge

Autor: Søren Sveistrup

Verlag: Goldmann

ISBN: 978-3-442-31794-3

Preis: 17,00 €

Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (Januar 2026)

Der Kuckucksjunge

Im Mai 1992 ist der 25-jährige Biologielehrer Bjarke mit dabei, als das Kinderheim einen Ausflug zum Gundsømagle See macht. Dort entdeckt eines der Kinder beim Versteckspielen die Leiche eines Jungen im Schilf und Bjarke ein in Teile geschnittenes Kuckucksjunges. 30 Jahre später verschwindet Silje Thomsens am Valentinstag spurlos aus ihrer Wohnung …

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Im Mai 1992 ist der 25-jährige Biologielehrer Bjarke mit dabei, als das Kinderheim einen Ausflug zum Gundsømagle See macht. Dort entdeckt eines der Kinder beim Versteckspielen die Leiche eines Jungen im Schilf und Bjarke ein in Teile geschnittenes Kuckucksjunges.
30 Jahre später verschwindet Silje Thomsens am Valentinstag spurlos aus ihrer Wohnung in Kopenhagen. "Hab dich", ist die letzte Nachricht auf ihrem Handy. "Hab dich", diese Worte spielen bei dem dänischen Kinderspiel Verstecken eine Rolle. Doch mit dem Spiel ist es bald vorbei, Silje wird brutal ermordet aufgefunden.
Kommissarin Naia Thulin und ihr Kollege Mark Hess entdecken bald darauf eine Übereinstimmung zu einem ungeklärten Mordfall, der vor über zwei Jahren an einer 19-jährige Schülerin begangen wurde.
Allerdings kommt das Ermittlerduo nicht so richtig in die Gänge, jeder hat seine eigenen Probleme und eigentlich würden die Zwei sich auch lieber aus dem Weg gehen. Doch die Morde an den beiden Frauen und die Annahme, dass es sich um denselben Täter handelt, schlagen bereits hohe Wellen. Die Zeit drängt, wieder erhält jemand Nachrichten in Form von Abzählreimen und wieder ist die letzte Nachricht auf dem Handy "Hab Dich".

Schon auf den ersten Seiten baut sich eine Gänsehautspannung auf. Der Leser wird mit „Hab dich“ als Kinderspiel konfrontiert und das Thema Stalking machte das Ganze noch unheimlicher.
Fesselnd und vielschichtig ist die Schreibweise des dänischen Autors und mit psychologischer Raffinesse schafft es der außergewöhnliche Thriller von Søren Sveistrup, auf über 600 Seiten die Spannung zu halten.
Genauso spannend ist Søren Sveistrups Thrillerdebüt "Der Kastanienmann" mit dem Ermittlerduo Thulin und Hess. "Der Kuckucksjunge" ist der zweite Teil und kann unabhängig davon gelesen werden.

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The Witch's Heart

Autor: Genevieve Gornichec

Verlag: Lübbe

ISBN: 978-3-7577-0151-2

Preis: 18,00 €

Buchtipp von: Leo Dahl (Januar 2026)

The Witch's Heart

Die Hexe Angrboda erinnert sich nicht an vieles vor ihrem Tod. Brodelnd heißer Schmerz, ihre Kleidung in Flammen und dann eine erleichternde Stille, die ihr nicht lange blieb. Am Scheiterhaufen verbrannt, jedoch endete ihr Leben nicht, wie das vieler anderen, nachdem sie Odin abermals ihre Hilfe ausgeschlagen hatte und dieser ihren Tod verhängt …

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Die Hexe Angrboda erinnert sich nicht an vieles vor ihrem Tod. Brodelnd heißer Schmerz, ihre Kleidung in Flammen und dann eine erleichternde Stille, die ihr nicht lange blieb. Am Scheiterhaufen verbrannt, jedoch endete ihr Leben nicht, wie das vieler anderen, nachdem sie Odin abermals ihre Hilfe ausgeschlagen hatte und dieser ihren Tod verhängt hatte. Also flieht Angrboda vor dem Allvater und zieht sich zurück in die hinterste Ecke der Wälder von Jötunheim. Jedoch lässt sie eine Sache zurück: ihr Herz bleibt auf dem Scheiterhaufen, auf dem sie verbrannt wurde.
Doch als plötzlich ein geheimnisvoller Fremder auftaucht und Angrboda ihr Herz zurückbringt, wird die Hexe wieder in die Fäden des Schicksals verstrickt.
Der Trickster Loki ist der letzte, den Angrboda erwartet, nachdem sie vor der Rache des Allvaters und dem Einfluss der Götter geflohen ist. Doch er ist es, der Angrboda ihr Herz zurückbringt und ihr Geheimnis behütet.

Während Angrboda sich ein Leben abseits von Asgard aufbaut, verärgert Loki ein Mal zu viel die Götter und muss bei der Hexe Zuflucht suchen. Die beiden kommen sich Jahr für Jahr näher und bald gebührt Angrboda das erste ihrer drei Kinder, eines seltsamer als das andere.
Während ihre Kinder aufwachsen, wird Angrboda mehr und mehr von merkwürdigen Träumen geplagt. Seltsame Stimmen und Prophezeiungen verfolgen sie, genau wie Odin, der versucht sie zu finden. Doch wo kommt sie eigentlich her? Warum kann sie sich an andere Leben und andere Tode erinnern, bevor sie von Odin verbrannt wurde? Und warum möchte Odin gerade ihre Magie missbrauchen?

Eine Neuerzählung der Sage um die Hexe Angrboda, für alle Fans von Mythologie-Retellings, nordischen Göttern und emotionalen Geschichten.

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Himmel ohne Ende

Autor: Julia Engelmann

Verlag: Diogenes

ISBN: 978-3-257-07323-2

Preis: 25,00 €

Buchtipp von: Rainer Francke (Dezember 2025)

Himmel ohne Ende

Coming of Age: Julia ist 15 und fühlt sich ziemlich allein: Sie lebt bei und mit ihrer Mutter, doch seit ihre Mutter einen neuen Mann hat, vermisst sie ihren eigentlichen Vater um so mehr. Und auch mit ihrer besten Freundin läuft es nicht, denn die interessiert sich ausgerechnet für den einzigen Jungen, den Charlie auch gut findet. Ja, so kann das …

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Coming of Age: Julia ist 15 und fühlt sich ziemlich allein: Sie lebt bei und mit ihrer Mutter, doch seit ihre Mutter einen neuen Mann hat, vermisst sie ihren eigentlichen Vater um so mehr.
Und auch mit ihrer besten Freundin läuft es nicht, denn die interessiert sich ausgerechnet für den einzigen Jungen, den Charlie auch gut findet.
Ja, so kann das sein als Jugendliche: alles ziemlich kompliziert. Bis Charlie Pommes kennenlernt, der sie versteht. Weil er auch anders ist und es nicht leicht hat – und trotzdem raus will. Und Charlie mitnimmt. Und ihr ein Stück weit die Welt wieder zugänglich macht …
Julia Engelmann kommt aus dem Poetry Slam, also eher kurzen Texten. Aber auch ihr erster Roman ist gelungen, nachvollziehbar, gefühlsecht – empfehlenswert.

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Schwebebahnen

Autor: Hanns-Josef Ortheil

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

ISBN: 978-3-630-87784-6

Preis: 24,00 €

Buchtipp von: Stefan Decken (Dezember 2025)

Schwebebahnen

Ende der fünfziger Jahre zieht der sechsjährige Josef mit den Eltern von Köln nach Wuppertal in ein Haus voller Eisenbahnerfamilien. Er ist ein stark introvertierter Einzelgänger, der am liebsten nur Klavier spielen und in seinen Traumwelten leben würde. Mit den Grundschulkindern in Köln kam er gar nicht klar und sie nicht mit ihm. In der neuen …

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Ende der fünfziger Jahre zieht der sechsjährige Josef mit den Eltern von Köln nach Wuppertal in ein Haus voller Eisenbahnerfamilien. Er ist ein stark introvertierter Einzelgänger, der am liebsten nur Klavier spielen und in seinen Traumwelten leben würde. Mit den Grundschulkindern in Köln kam er gar nicht klar und sie nicht mit ihm. In der neuen Heimat nimmt er einen zweiten Anlauf. Als er Mücke, die Tochter des italienischen Gemüsehändlers von gegenüber, kennenlernt, entwickelt sich zwischen den beiden Kindern eine enge Freundschaft, die ihm hilft, seine Hemmungen im Kontakt mit anderen Menschen zu überwinden. Allmählich öffnet er sich auch anderen, fremden Personen wie etwa den Patres des Kreuzherrenordens, die ihm lautes Vorlesen und Singen beibringen, oder einem Jugendtrainer, der ihn für Leichtathletik zu begeistern versucht. Den stärksten Halt aber gibt ihm das Aufschreiben von Geschichten, über Schwebebahnflüge entlang der Wupper, Expeditionen mit skurrilen Tieren im Zoo oder abenteuerlichen Kämpfen mit Jugendbanden in einem nahen Waldgebiet.

"Schwebebahnen" ist ein autofiktionaler Roman. In der Autofiktion verschmelzen Details aus dem Leben des Autors mit fiktiven Informationen, Figuren und Ereignissen. Die Eckdaten stimmen: Hanns-Josef Ortheil hat sechs Jahre in Wuppertal gelebt, die Biografien seiner Eltern (der Vater Vermessungstechniker bei der Bahn, die Mutter Bibliothekarin) sind in Roman und 'richtigem' Leben deckungsgleich. Wo die Fiktion anfängt? Ist eigentlich egal. "Schwebebahnen" erzählt mit leiser Stimme ein Stück regionaler Nachkriegsgeschichte, verwoben mit den Kinderjahren eines durchaus außergewöhnlichen Jungen. Ein richtig schönes Buch mit tiefen Inhalten - hat mich bestens unterhalten!

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Wir haben keine Antimemetik-Abteilung

Autor: Sam Hughes

Verlag: Heyne

ISBN: 978-3-453-27553-9

Preis: 20,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (Dezember 2025)

Wir haben keine Antimemetik-Abteilung

Was ein Mem oder Meme ist, davon haben die meisten von uns wahrscheinlich zumindest eine vage Vorstellung. Ursprünglich eine wissenschaftlich-philosophische Theorie, meint es ein Informationsmuster, dass wir mit unseren Sinnen wahrnehmen und durch Kommunikation verbreiten und evolutionär weiterentwickeln können. Wikipedia führt hier beispielhaft …

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Was ein Mem oder Meme ist, davon haben die meisten von uns wahrscheinlich zumindest eine vage Vorstellung. Ursprünglich eine wissenschaftlich-philosophische Theorie, meint es ein Informationsmuster, dass wir mit unseren Sinnen wahrnehmen und durch Kommunikation verbreiten und evolutionär weiterentwickeln können. Wikipedia führt hier beispielhaft das berühmte Bild der Beatles beim Überschreiten des Zebrastreifens an der Abbey Road auf. Ein Bild, weltbekannt, über die Jahrzehnte tausendfach nachgeahmt und imitiert. Wie in der biologischen Evolution ist auch ein Mem Umwelteinflüssen ausgeliefert, die die Verbreitung verstärken oder abschwächen können. Heute kennt man den Begriff des Memes vor allem aus Internet und Social Media. Ein kleines Bildchen, dass sich immer weiter verbreitet, bis niemand mehr so recht weiß, wo es eigentlich herkommt.
Was nun, wenn es auch so etwas wie ein Antimem gibt? Sozusagen eine Idee, die verhindert, dass sie wahrgenommen und verbreitet wird. Etwas das dafür sorgt, dass jegliche Erinnerung daran einfach gelöscht wird - aus Datenbanken, Aufzeichnungen und Gehirnen. Mit diesem Gedanken hat sich der Autor und Programmierer Sam Hughes auseinandergesetzt.

In „Wir haben keine Antimemetik-Abteilung“ existiert eben doch genau solch eine Abteilung, die darauf spezialisiert ist, die Erde vor dem Angriff gefährlicher Wesen zu beschützen, die sich durch Antimemetik fast unbemerkt um uns herum ausbreiten, um ungestört die Menschheit zu vernichten.
Marie Quinn ist Teil besagter Antimemetik-Organisation, gemeinsam mit ihrem Team riskiert sie jeden Tag ihr Leben, um die Menschheit vor einer drohenden Invasion zu bewahren. Dank bewusstseinserweiternder Medikamente und einer geschulten Wahrnehmung, schaffen sie es zumindest hin und wieder, den gefährlichen Eindringlingen auf die Spur zu kommen, doch scheinen diese ihnen immer mindestens einen Schritt voraus zu sein. Und egal welche Erkenntnis die Abteilung erlangt, im nächsten Moment droht diese bald wieder ins Vergessen abzudriften. Ein nahezu hoffnungsloses Unterfangen.

Das klingt erstmal ein bisschen kompliziert und mehr als abgedreht. Doch sobald man in Hughes Romandebüt einsteigt, „jucken die Synapsen und bitzelt das Gedächtnis“ (Zitat Christian Endres, diezukunft.de). Unsere kleinen, nichtsahnenden Gehirne und unsere Vorstellungskraft werden gehörig herausgefordert und trotz oder gerade wegen der komplexen Ideen ist das ganze wahnsinnig gute Unterhaltung.

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