Unsere Empfehlungen

Die wirklich wahren Abenteuer (und ausserordentlichen Lehrjahre) des Teufelskerls Daniel Bones

Autor: Owen Booth

Verlag: mareverlag

ISBN: 978-3-86648-663-8

Preis: 25,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (Dezember 2023)

Die wirklich wahren Abenteuer (und ausserordentlichen Lehrjahre) des Teufelskerls Daniel Bones

Als der junge Daniel Bones am Rande des Flusses D. erstmals auf den berühmten Captain Clarke B. trifft, ahnt er nicht, welch großes Abenteuer ihm bevorsteht. Doch dass diese Begegnung eine ganz besondere ist, steht außer Frage. Gekleidet in einen froschartigen Gummianzug steigt der Captain aus dem Wasser und benimmt sich so, als sein dies das …

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Als der junge Daniel Bones am Rande des Flusses D. erstmals auf den berühmten Captain Clarke B. trifft, ahnt er nicht, welch großes Abenteuer ihm bevorsteht. Doch dass diese Begegnung eine ganz besondere ist, steht außer Frage. Gekleidet in einen froschartigen Gummianzug steigt der Captain aus dem Wasser und benimmt sich so, als sein dies das Normalste auf der Welt. Dieser Anzug ist seine Erfindung und nicht weniger als die Rettung der Menschheit seine Vision. Was er in der nächsten Kneipe der dort versammelten Dorfgemeinschaft auch nicht lange vorenthält.
Der tollkühne Captain ist eine imposante Erscheinung. Egal wo er auftaucht, er weiß zu begeistern. Die Männer beeindruckt er mit Anekdoten über seine Abenteuer, die ihn über alle Ozeane der Welt geführt haben. Und die Frauen liegen dem charmanten Kerl ohnehin zu Füßen.
Und so tobt die Menge vor Begeisterung, als der beeindruckende Besucher den jungen Daniel kurzerhand zu seinem Assistenten beruft, der ihn auf seine künftigen Reisen begleiten soll. Daniel ist einigermaßen überrumpelt, doch diese Chance will er sich nicht entgehen lassen. Zu lange schon leidet er unter den Schandtaten seines prügelnden Vaters.
Und so lässt er das Dorf kurz darauf hinter sich, um den Captain erst in die Hauptstadt und bald darauf auf den Kontinent zu begleiten. Es dauert nicht lang, bis Daniel merkt, dass der Captain nicht der strahlende Held ist, für den er sich ausgibt und die Mission nicht so ehrenhaft, wie behauptet.
Gemeinsam reisen die beiden durch kleine Dörfer und beeindruckende Städte, immer am Wasser entlang, halten Vorträge an Universitäten und auf Jahrmärkten. Begegnen Gelehrten und Bauern, Pöbel und Kriegstreibern, verrückten Prinzen und zwergenhaften Prinzessinnen. Daniels Aufgabe ist es meist die Spenden einzusammeln, die der Captain mit seinen unterhaltsamen Vorträgen aus den Menschen herauspresst. Was als Abenteuer beginnt wird bald zur Tour de Force, denn wo der Captain auftaucht, sind seine Gläubiger nicht weit. Und Daniel ist immer mit dabei.

„Die wirklich wahren Abenteuer und außerordentlichen Lehrjahre des Teufelskerls Daniel Bones“ ist ein mitreißender Schelmenroman, eine aufregende und unterhaltsame Reise durch das wilde Europa, die wahrscheinlich nicht rein zufällig an Mark Twain und die Abenteuer des Huckleberry Finn erinnert.

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Die Bücherjägerin

Autor: Elisabeth Beer

Verlag: Dumont

ISBN: 978-3-8321-6638-0

Preis: 23,00 €

Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (Dezember 2023)

Die Bücherjägerin

Sarah ist Bücherjägerin und Kartensammlerin. Sie restauriert alte Handschriften, Manuskripte und Karten, die sie im Internet oder bei Haushaltsauflösungen und in Antiquariaten ausfindig macht. Aufgewachsen ist sie zusammen mit ihrer Schwester bei ihrer Tante Amalie in deren Kölner Villa. Von ihrer etwas schrulligen, etwas verrückten, direkten und …

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Sarah ist Bücherjägerin und Kartensammlerin. Sie restauriert alte Handschriften, Manuskripte und Karten, die sie im Internet oder bei Haushaltsauflösungen und in Antiquariaten ausfindig macht. Aufgewachsen ist sie zusammen mit ihrer Schwester bei ihrer Tante Amalie in deren Kölner Villa. Von ihrer etwas schrulligen, etwas verrückten, direkten und eigenwilligen Tante hat sie das Handwerk der Bücherrestauration erlernt. Seit dem Tod der Tante lebt Sarah allein in der Villa, versunken in ihren Büchern und Karten, allein mit ihren Schildkröten Bonnie und Clyde. Nur ungern lässt sie sich bei ihrer Arbeit stören, Menschen im Allgemeinen sind ihr zu kompliziert. Dennoch wird sie von Benjamin gestört. Vor dem Tod Amalias stand er mit ihr im Briefwechsel. Seinerzeit machte Amalie seiner Bibliothek ein sehr interessantes Angebot. Möglicherweise könne sie den Verkauf des verlorenen Kartenteils der Tabula Peutingeriana an die Bibliothek vermitteln. Dazu ist es allerdings nicht mehr gekommen und leider hatte auch Amalia ihr Wissen nicht mit Sarah geteilt.
Doch weil Tante Amalie außer der Villa nur Schulden aus dem Restaurationsgeschäft hinterlassen hat, schafft es der junge Bibliothekar Benjamin, Sarah zu überreden, ihm bei der Suche nach dem Kartenteil zu helfen. So begeben sich beide auf eine Reise nach Frankreich und England und zu einer Reise in Tante Amalias Vergangenheit.

Der witzige und warmherzige Debütroman von Elisabeth Beer ist sowohl ein Liebes - wie auch ein Abenteuerroman.
Ein Abenteuer ist es vor allen Dingen für die zurückhaltende Sarah, die sonst lieber für sich bleibt und jetzt sogar für ihre Verhältnisse eine aufregende Reise wagt. Die Reise hält für Sarah und den Leser einige Überraschungen bereit und es macht Spaß zu sehen, wie sich Sarah entwickelt und ihre Eigenheiten beschrieben werden. Und noch so viel mehr steckt in dem Debütroman von Elisabeth Beer, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Er ist eine Geschichte über die Magie der Bücher sowie ein wunderbar erzählter Roman über Familie und das Abschiednehmen.

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Sword Catcher - Die Chroniken von Castellan

Autor: Cassandra Clare

Verlag: Penhaligon

ISBN: 978-3-7645-3286-4

Preis: 24,00 €

Buchtipp von: Leo Dahl (Dezember 2023)

Sword Catcher - Die Chroniken von Castellan

Prinz Conor von Castellan hat ein Geheimnis. Etwas, das nur eine Hand voll Menschen wissen, während er die Rede vor seinem Volk hält. Nämlich, dass er gar nicht der Prinz ist. Er heißt Kal und steckt in der Kleidung seines wahrscheinlich besten Freundes Conor, dem echten Prinzen. Ach ja, und er spricht natürlich auch nicht zu seinem Volk. Denn Kel …

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Prinz Conor von Castellan hat ein Geheimnis. Etwas, das nur eine Hand voll Menschen wissen, während er die Rede vor seinem Volk hält. Nämlich, dass er gar nicht der Prinz ist. Er heißt Kal und steckt in der Kleidung seines wahrscheinlich besten Freundes Conor, dem echten Prinzen. Ach ja, und er spricht natürlich auch nicht zu seinem Volk. Denn Kel ist der Sword Catcher des königlichen Sprösslings, der nur einen Auftrag hat. Conor - den Kronprinzen von Castellan - zu beschützen. Wenn nötig mit seinem Leben. Er ist das Double des Prinzen, sein Leibwächter und die Person, der Conor alles anvertraut. Als plötzlich ein gefährlicher und mysteriöser Haufen Schulden auftaucht, merkt Kal, dass Conor ihm vielleicht doch nicht alles anvertraut.
Lin hat eine Mission. Sie ist - wider Willen aller - Ärztin geworden, etwas was in ihren Kreisen als Frau nicht wirklich begrüßt wird. Sie ist eine der besten Ärztinnen in ganz Castellan und trotzdem kann sie ihre beste Freundin Mariam nicht von dieser mysteriösen Krankheit heilen, die sie über kurz oder lang töten wird. Auf der Suche nach Informationen und Hilfsmitteln gerät sie in Kontakt mit der Welt der Kriminellen in Castellan, und eben auch mit Kel.
Die Schicksale der beiden werden miteinander verstrickt und auf einmal stehen sie vor ganz anderen - viel größeren - Problemen, mit denen keiner von beiden je gerechnet hätte.

Sword Catcher ist aus der fantastischen Welt von Cassandra Clare der erste Teil einer neuen Reihe. Die Geschichte erinnert an Leigh Bardugos Grisha Triologie und die Crows Duologie, bringt jedoch ihren ganz neuen und eigenen Charme mit rein. Eine Geschichte um königliche Geheimnisse und Intrigen mit einer kleinen (oder auch größeren) Prise Magie.

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Schwarzvogel

Autor: Frida Skybäck

Verlag: DTV

ISBN: 978-3-423-26368-9

Preis: 17,00 €

Buchtipp von: Rainer Francke (November 2023)

Schwarzvogel

Frida Storm ist neu bei der Kriminalpolizei in Lund in Südschweden. Ganz unvertraut ist ihr die Gegend nicht, sie ist dort auf einem Hof aufgewachsen und hat in der Gegend viel Verwandtschaft. In Lund trifft Frida, die aus Stockholm, wo sie vorher ermittelt hat, aus persönlichen Gründen fort wollte, auf ein recht buntes Ermittlerteam um einen …

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Frida Storm ist neu bei der Kriminalpolizei in Lund in Südschweden. Ganz unvertraut ist ihr die Gegend nicht, sie ist dort auf einem Hof aufgewachsen und hat in der Gegend viel Verwandtschaft. In Lund trifft Frida, die aus Stockholm, wo sie vorher ermittelt hat, aus persönlichen Gründen fort wollte, auf ein recht buntes Ermittlerteam um einen gutmütigen Chef und einen schwer zu durchschauenden Kollegen aus reichem Haus, Henry Calment.
Mit diesem soll sie ihren ersten Fall lösen: Eine junge Frau ist, augenscheinlich auf der Flucht, im Eis eingebrochen und ertrunken. Und das in unmittelbarer Nähe zum Hof ihres Vaters – und scheinbar gibt es Verbindungen der Toten zu Fridas Verwandten. Womöglich hängt auch alles mit dem ungeklärten Verschwinden ihrer Mutter in der Zeit ihrer frühen Kindheit zusammen, über das ihr Vater nicht reden möchte …
Soll Frida wirklich gegen ihre eigene Familie ermitteln? Und kann ihr der rätselhafte Henry Calment, der seine eigenen Geheimnisse zu haben scheint, helfen? Die impulsive und manchmal sehr eigenmächtige Ermittlerin muss sich ganz schön durchbeißen.
Schwedische Spannung, richtig gut gemacht, interessante Protagonisten, erster Teil einer Reihe um Frida Storm: Stoff für gemütliche lange Herbstabende bei Tee oder Wein …

  • Frida Skybäck, Schwarzvogel: ein Skane –Krimi, aus dem Schwedischen von Julia Gschwilm und Thomas Altefrohne -
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Yoga Town

Autor: Daniel Speck

Verlag: Fischer

ISBN: 978-3-949465-04-8

Preis: 25,00 €

Buchtipp von: Stefan Decken (November 2023)

Yoga Town

Hamburg-Harburg... Istanbul... Islamabad... Rishikesk. 1968 machen sich zwei Brüder und zwei Frauen auf die Reise nach Indien. Erst im geklauten Mercedes des Vaters, ab der Türkei dann im eingetauschten Bulli eines englischen Paares. Die abenteuerliche Fahrt auf dem Hippietrail endet tatsächlich in Rishikesh, DEM Yogazentrum des Landes, der Stadt …

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Hamburg-Harburg... Istanbul... Islamabad... Rishikesk. 1968 machen sich zwei Brüder und zwei Frauen auf die Reise nach Indien. Erst im geklauten Mercedes des Vaters, ab der Türkei dann im eingetauschten Bulli eines englischen Paares. Die abenteuerliche Fahrt auf dem Hippietrail endet tatsächlich in Rishikesh, DEM Yogazentrum des Landes, der Stadt am Ganges, die auch den Ashram des Maharishi Mahesh Yogi beherbergt.
Freedom, Peace, Happiness und natürlich jede Menge Dope. Im Ashram logieren auch die Beatles, die während ihrer dortigen Anwesenheit Songs für das 'Weiße Album' komponieren. Die vier Deutschen haben die beste Zeit ihres Lebens. Aber nur zwei von ihnen werden nach Deutschland zurückkehren...
Im Jahr 2019 begibt sich einer der beiden, Lou, erneut auf die Reise nach Rishikesh, dieses Mal per Flugzeug. Zusammen mit seiner Tochter Lucy, einer Yogalehrerin aus Berlin. Sie hoffen, auf diesem Trip in die Vergangenheit Lucys spurlos verschwundene Mutter zu finden. An dem Ort, an dem so ziemlich alles begann...

Der neue Roman von Daniel Speck ist vieles: Liebes- und Familien-, Kultur- und Musikgeschichte. Und zugleich auch die Geschichte einer spirituellen Reise.
Im Anhang des Buches findet sich eine Playlist, die bei den gängigen Musikstreamingdiensten unter dem Titel "Yoga Town" aufgerufen und gehört werden kann. Jede Menge Songs von den Beatles, aber auch von Simon & Garfunkel, Donovan, Bob Dylan, den Doors. Hach ja, damals ...

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Kontur eines Lebens

Autor: Jaap Robben

Verlag: DuMont Buchverlag

ISBN: 978-3-8321-6818-6

Preis: 24,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (November 2023)

Kontur eines Lebens

Frieda Tendeloo ist Anfang achtzig, als ihr Mann, der bisher immer der fittere der beiden war, plötzlich stirbt. Frieda, die sich schon seit längerer Zeit nicht mehr ganz allein versorgen konnte, beschließt daraufhin in ein Pflegeheim umzuziehen. Kaum angekommen werden ihre bisher verdrängten Erinnerungen zu ihren täglichen Begleitern. …

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Frieda Tendeloo ist Anfang achtzig, als ihr Mann, der bisher immer der fittere der beiden war, plötzlich stirbt. Frieda, die sich schon seit längerer Zeit nicht mehr ganz allein versorgen konnte, beschließt daraufhin in ein Pflegeheim umzuziehen. Kaum angekommen werden ihre bisher verdrängten Erinnerungen zu ihren täglichen Begleitern. Erinnerungen an die schönste und die schlimmste Zeit in ihrem Leben.
Nijmegen Mitte der 1960er Jahre: Frieda ist Anfang zwanzig, als sie bei einem Ausflug auf der zugefrorenen Waal Otto kennenlernt. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf und das, obwohl Otto verheiratet ist. Sie verbringen eine intensive Zeit miteinander. Für Frieda, die in ihrem erzkatholischen Umfeld keinerlei Aufklärung erfahren hat, ist es die Eröffnung einer völlig neuen, aufregenden Welt.
Doch das große Glück nimmt ein jähes Ende, als Frieda trotz aller Vorsicht schwanger wird.
Plötzlich steht sie völlig allein da. Otto bietet Hilfe an, doch will er seine Frau nicht verlassen. Friedas Eltern fürchten das Urteil des katholischen Umfelds und wollen Frieda ins Kloster verfrachten, bevor noch irgendjemand etwas merkt. Als sie dies verweigert, setzen sie ihre eigene Tochter einfach vor die Tür. Kaum dass die Schwangerschaft sichtbar wird, verliert sie auch ihre Arbeitsstelle. Niemand wagt es, sich dem gesellschaftlichen Druck zu widersetzen. Schon bald wird klar, dass in dieser Welt kein gemeinsames Leben von Frieda und ihrem Kind möglich sein wird.
Noch heute, sechzig Jahre später, lassen sie die Erlebnisse von damals nicht los. Als ihr Sohn Tobias sein erstes Kind erwartet, merkt auch er, dass seine Mutter etwas umtreibt, was nicht mehr länger zurückgehalten werden kann. All die Jahre hat sie ihre Geschichte für sich behalten, nun ist es an der Zeit, sie aufzuarbeiten.

Die Idee zu seinem Roman begleitet Jaap Robben schon mehr als zehn Jahre, seit er 2009 Stadtschreiber der Stadt Nijmegen war. In dieser Zeit wurde auf dem Friedhof Rustood eine Gedenkstätte eröffnet - für unehelich geborene und gestorbene Kinder, die bis in die 1980er (!) Jahre hinein nicht offiziell bestattet, sondern nur anonym am Rand des Friedhofs vergraben oder bei anderen Menschen ins Grab gelegt wurden. Seine Erlebnisse an dem Eröffnungstag haben ihn sehr bewegt und nachhaltig beeindruckt.
Allen, die mehr über den Autor und „Kontur eines Lebens“ erfahren möchten, sei der Podcast „Kopje koffie“ empfohlen, der sich ganz der niederländisch-flämischen Literatur widmet.

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Kein guter Mann

Autor: Andreas Izquierdo

Verlag: DuMont Buchverlag

ISBN: 978-3-8321-6817-9

Preis: 24,00 €

Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (November 2023)

Kein guter Mann

Walter, knapp sechzig Jahre alt, ist der unbeliebteste Postbote der Stadt. Er legt sich mit jedem an und ist fest davon überzeugt und lebt es auch so: „Nicht meine Schuld!“ Walter hat sogar seine Familie vergrault, insbesondere seinen Sohn. Es fielen Worte, die lieber ungesagt geblieben wären und andere blieben unausgesprochen. So wurde die Kluft …

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Walter, knapp sechzig Jahre alt, ist der unbeliebteste Postbote der Stadt. Er legt sich mit jedem an und ist fest davon überzeugt und lebt es auch so: „Nicht meine Schuld!“ Walter hat sogar seine Familie vergrault, insbesondere seinen Sohn. Es fielen Worte, die lieber ungesagt geblieben wären und andere blieben unausgesprochen. So wurde die Kluft zu seinem Sohn, seinem Enkel, seiner Tochter und auch zu seiner Ex-Frau immer größer.
Seine Chefin suchte bereits seit langem Wege ihn loszuwerden, denn die Liste der Beschwerden wurde immer länger, Walter war jedoch formell unkündbar. Wegen eines schwerwiegenden Vorfalles, der sich über Wochen hinzog und schon fast lebensbedrohlich wurde, schaffte es seine Chefin endlich ihn loszuwerden. Walter wurde in die Abteilung für unzustellbare Post, die Christkindfiliale der Post in Engelskirchen, strafversetzt. Dort fühlt sich Walter überhaupt nicht wohl, es behagt ihn überhaupt nicht, Briefe von fordernden Kinder nach kommerziellen Geschenken zu beantworten. Bis ihm durch einen Zufall der Brief von dem zehnjährigen Ben in die Hände fällt. Ein Brief an den lieben Gott. Gott soll dem Klempner sagen, dass er vorbeikommen soll. Walter kann nicht anders und antwortet Ben, selbstverständlich als Gott, mit ungeahnten Folgen.

Immer wieder taucht man in die Vergangenheit Walters hinab, um dann wieder den Geschehnissen und dem Briefwechsel zwischen Gott und Ben zu folgen. Kann jemand, der sein eigenes Leben nicht in den Griff bekommt, einem kleinem Jungen helfen Freunde zu finden und sein Leben verbessern? Walter versucht es auf jeden Fall, nicht mit direktem Erfolg, aber dann wäre es ja auch nicht Walter. Ein emotionaler Roman, der berührt und mit viel Humor geschrieben ist, dabei aber nicht ins Kitschige abrutscht. Zuerst war ich skeptisch, ob ein Briefwechsel Walters als Gott eine gute Idee für einen Roman ist. Doch schon nach ein paar Seiten hatte ich mich festgelesen und Andreas Izquierdo hatte mich ganz und gar abgeholt. Ich mag seinen Schreibstil und wie er Humor mit ernsthaften Themen verbindet. Eine außergewöhnliche Geschichte!

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Der Knochenwald

Autor: Christina Henry

Verlag: Penhaligon

ISBN: 978-3-7645-3277-2

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Leo Dahl (November 2023)

Der Knochenwald

Mattie weiß, dass William wütend sein wird. Sie hat ihm nicht rechtzeitig Bescheid gesagt von dem Fuchs, den sie sehr malträtiert vorgefunden hat, oder vielleicht hat sie auch gar nichts falsch gemacht und William gibt ihr einfach so die Schuld. Aber so darf sie nicht denken, das hat William ihr ausgetrieben. Doch dann tauchen diese fremden Männer …

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Mattie weiß, dass William wütend sein wird. Sie hat ihm nicht rechtzeitig Bescheid gesagt von dem Fuchs, den sie sehr malträtiert vorgefunden hat, oder vielleicht hat sie auch gar nichts falsch gemacht und William gibt ihr einfach so die Schuld. Aber so darf sie nicht denken, das hat William ihr ausgetrieben. Doch dann tauchen diese fremden Männer auf, die ein Monster auf dem Berg - Williams Berg - suchen und Mattie spricht mit ihnen, obwohl sie weiß, dass sie das nicht darf. Draußen ist ein Monster unterwegs und im Haus ist William, der Mattie nicht nur Vorwürfe macht, sondern immer wütender wird. Und Mattie weiß was passiert, wenn William wütend wird. Sie ist sich sicher, dass sie nun nicht nur vor einem unbekannten Monster fliehen muss, sondern auch vor ihrem angeblichen Ehemann. Denn sie erinnert sich immer mehr, warum sie überhaupt auf diesem Berg lebt und dass William eigentlich gar nicht ihr Mann ist… Ein Wettlauf beginnt: Wer fängt sie zuerst, William oder das Monster? Und was ist mit der Gruppe von Fremden, die eigentlich nur auf den Berg kamen um ein Monster zu suchen, was sie für so echt wie den Bigfoot gehalten haben?
Mattie weiß nur, sie muss runter von diesem Berg und in ihrem Hinterkopf wird diese kleine rebellische Stimme immer lauter, die den Namen Samantha trägt. Doch wer ist Samantha?

„Knochenwald“ von Christina Henry ist ein Fantasy-Horror Buch, das sowohl spannend als auch blutig ist. Leser von bisherigen Christina Henry Büchern wissen, dass ihr Schreibstil sehr angenehm und einfach zu lesen ist, man ihre Bücher nicht weglegen kann. Mir hat das Buch auch sehr gefallen, da sie die Beziehung zwischen Matty und William zwar zeitweise sehr brutal und manipulativ darstellt, jedoch dabei William als Täter in keinster Weise in Schutz nimmt und sich nicht am Leiden von Mattie ergötzt. Ein spannendes Buch für dunkle Novembertage.

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