Unsere Empfehlungen

Die Passage nach Maskat

Autor: Cay Rademacher

Verlag: DuMont Literaturverlag

ISBN: 978-3-8321-8197-0

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Rainer Francke (September 2022)

Die Passage nach Maskat

Die wilden 20er Jahre des letzten Jahrhunderts könnten in mancherlei Hinsicht ein Fingerzeig auf unsere heutige Zeit sein: modern, liberal, international – doch im Hintergrund ziehen dunkle Wolken auf … Im Oktober 1929 bricht der renommierte Fotoreporter der berühmten „Berliner Zeitung“, Theodor Jung, zu einer Kreuzfahrt an Bord des Ozeandampfers …

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Die wilden 20er Jahre des letzten Jahrhunderts könnten in mancherlei Hinsicht ein Fingerzeig auf unsere heutige Zeit sein: modern, liberal, international – doch im Hintergrund ziehen dunkle Wolken auf … Im Oktober 1929 bricht der renommierte Fotoreporter der berühmten „Berliner Zeitung“, Theodor Jung, zu einer Kreuzfahrt an Bord des Ozeandampfers „Champollon“ auf. Sie soll ihn von Marseille über Port Said, den Suezkanal und über Aden schließlich nach Maskat im Oman führen und Jung soll für seine Zeitung an Bord eine Reportage über diese Passage erstellen. Doch er reist nicht allein: Seine Frau Dora begleitet ihn. Und sie wiederum ist in eigenen Handelsgeschäften unterwegs. Deshalb ist auch ihre Hamburger Kaufmannsfamilie Rosterg mit an Bord.
Die Reise steht unter keinem glücklichen Stern: Die Ehe ist in keinem guten Zustand, Doras Familie verachtet den kriegstraumatisierten Künstler Jung, der Prokurist der Firma ist selber an Dora interessiert und stellt ihr nach. Und zu allem Überfluss ist Dora nach einigen Tagen spurlos verschwunden – und keiner will sie an Bord gesehen haben … Theodor muss mit allen Mitteln nach ihr suchen und gerät selber in große Gefahr.
Ein spannender Roman mit Anklängen an Agatha Christies „Tod auf dem Nil“, voller falscher Fährten, mit Passagieren aus allen (Halb)-Welten – und ein Held, der mächtig strampeln muss, um sich aus dem Netz der Intrigen zu befreien – tolle Entspannungslektüre!

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Vorglühen

Autor: Jan Müller / Rasmus Engler

Verlag: Ullstein

ISBN: 978-3-550-20149-3

Preis: 21,99 €

Buchtipp von: Stefan Decken (September 2022)

Vorglühen

Irgendwann in den 1990er Jahren: Albert Bremer hat sein Abitur in der Tasche, den Zivildienst hinter sich. Was nun? Irgendwas studieren, aber bloß nicht in Köln, denn da könnte ihm seine Ex auf dem Campus über den Weg laufen. Und das möchte Albert nun wirklich vermeiden. Kurzentschlossen verlässt er seine Oberbergische Heimat und schreibt sich an …

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Irgendwann in den 1990er Jahren: Albert Bremer hat sein Abitur in der Tasche, den Zivildienst hinter sich. Was nun? Irgendwas studieren, aber bloß nicht in Köln, denn da könnte ihm seine Ex auf dem Campus über den Weg laufen. Und das möchte Albert nun wirklich vermeiden. Kurzentschlossen verlässt er seine Oberbergische Heimat und schreibt sich an der Uni Hamburg ein. Germanistik. Das ist doch schon mal was. Aber dann gibt es plötzlich vielfältige Gründe, warum Albert am Lehrbetrieb eher sporadisch teilnimmt:
Er findet eine WG mitten auf St. Pauli. Bevölkert von einigen skurrilen Typen, die sehr gerne feiern. Und natürlich gerne trinken. Da muss auch ein Landei wie er unbedingt dabei sein... Auf einem Rockkonzert trifft Albert die tollste Frau, verliebt sich - oder doch nicht? Und überhaupt Hamburg und Pauli, was für eine Stadt. Was für Entdeckungen kann er hier machen, welch irre Musik kann er hören in den Clubs und Kneipen...

"Vorglühen" erzählt vom Aufbruch aus der Provinz in die Großstadt, von vielen alkoholgetränkten Tagen und Nächten, von Freundschaft, Liebe, Verrat und Enttäuschung. Vom elektrisierenden Gefühl, an einem Ort zu sein, an dem gerade etwas Großes entsteht. Coming of age im Punkrocklager - at its best!
Zu den Autoren: Jan Müller ist Bassist der Rockband Tocotronic; Rasmus Engler Schlagzeuger und Gitarrist in diversen Bands, er arbeitet im Hamburger Musikclub _Uebel & Gefährlich'.

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Snowflake

Autor: Louise Nealon

Verlag: mareverlag

ISBN: 978-3-86648-660-7

Preis: 24,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (September 2022)

Snowflake

Debbie lebt mit ihrer Mutter und ihrem Onkel auf einer Milchfarm im irischen Nirgendwo. Die Tage verlaufen hier relativ gleichförmig, sind von der Arbeit um die Kühe und den Abenden im Pub geprägt. Und manchmal klettert Debbie nachts mit ihrem Onkel Billy aufs Dach seines Wohnwagens, wo sie sich gegenseitig Geschichten über die Sterne erzählen. …

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Debbie lebt mit ihrer Mutter und ihrem Onkel auf einer Milchfarm im irischen Nirgendwo. Die Tage verlaufen hier relativ gleichförmig, sind von der Arbeit um die Kühe und den Abenden im Pub geprägt. Und manchmal klettert Debbie nachts mit ihrem Onkel Billy aufs Dach seines Wohnwagens, wo sie sich gegenseitig Geschichten über die Sterne erzählen. Auch wenn sie sich mit ihren achtzehn Jahren manchmal ein bisschen zu alt dafür fühlt. Billy ist die Konstante in Debbies Leben. Ihre Mutter ist schwer depressiv und nicht in der Lage, einen normalen Alltag zu bewältigen. Einen Vater gibt es nicht bzw. es kommen zu viele Männer dafür in Frage, was auch Jahre später noch für Gesprächsstoff im Dorf sorgt.
Einzig Billy hält die Familie zusammen und den Betrieb am Laufen; was ihm durchaus dabei hilft, die eigenen Probleme zu verdängen. Er ist es auch, der Debbie davon überzeugt, dass es eine gute Idee ist nach Dublin aufs College zu gehen. Schließlich soll sie nicht wie er und ihre Mutter auf der Farm versauern.
Doch aus der Perspektive seiner Nichte sieht das ganze zunächst etwas anders aus. Gleich am ersten Tag läuft alles schief: Erst verpasst sie den Zug, dann findet sie den Weg vom Bahnhof zum College nur durch äußerst peinliches Durchfragen, und kaum am Ziel angekommen, stellt Debbie fest, dass ihr ein wichtiges Formular fehlt, ohne das sie sich nicht einschreiben kann. Ein kolossaler Fehlstart. Zu allem Überdruss sind natürlich auch noch alle um sie herum viel weltgewandter und cooler als das trampelige Mädchen vom Land. Allen voran Xanthe, der sie gleich am ersten Tag in die Arme läuft, und die so wahnsinnig schön, souverän und einfach perfekt ist. Als ausgerechnet sie Debbie unter die Fittiche nimmt, kann die ihr Glück kaum fassen. Von da an ist Debbie, trotz ihres ländlichen Dialekts und der irritierenden Verhaltenscodes der anderen Studierenden, fest entschlossen ein richtiges Collegeleben voller Partys, Diskussionen und Dates zu führen. Zunächst funktioniert das auch recht gut. Doch als die Probleme auf der Farm immer gravierender werden, gerät auch Debbies neues Leben ins Wanken.

Louise Nealons Debüt „Snowflake“ ist ein wunderbarer Roman über erste autonome Gehversuche als Erwachsene, darüber, einen eigenen Platz im Leben zu finden. Mit viel Witz und einer trotzig sympathischen Hauptfigur gelingt es ihr, existenziellen Themen eine angenehme Leichtigkeit zu verpassen und dennoch eine gewisse Ernsthaftigkeit zu bewahren.

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Schnee

Autor: Yrsa Sigurdardóttir

Verlag: btb

ISBN: 978-3-442-75952-1

Preis: 17,00 €

Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (September 2022)

Schnee

Als Haukur während eines gemeinsamen Abendessens von seinem Vorhaben erzählt, Messdaten von einem Gerät am Vatnajökull-Gletscher ablesen zu wollen, sind zwei befreundete Pärchen sofort begeistert und wollen ihn begleiten. Eine Expedition in ein Gebiet, welches im Winter fast nie besucht wird, wäre eine Herausforderung und etwas, womit man bei …

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Als Haukur während eines gemeinsamen Abendessens von seinem Vorhaben erzählt, Messdaten von einem Gerät am Vatnajökull-Gletscher ablesen zu wollen, sind zwei befreundete Pärchen sofort begeistert und wollen ihn begleiten. Eine Expedition in ein Gebiet, welches im Winter fast nie besucht wird, wäre eine Herausforderung und etwas, womit man bei seinen Freunden auch noch angeben könnte. Keiner von ihnen ahnt, in was für ein Abenteuer sie sich damit stürzen und welch verhängnisvolles Schicksal sie ereilen wird.

Ein Rettungsteam wird in eine der verlassensten Gegenden Islands geschickt, um eine kleine Gruppe zu suchen, die sich vielleicht zu einer abgeschiedenen Hütte aufgemacht hat. Johanna arbeitet bei der Rettungswacht in Höfn, ist mit einem ihrer Kollegen vor Ort und wird tatsächlich fündig. Sie finden einen der Vermissten, kaum bekleidet, unter den Schneemassen. Doch was ist mit dem Rest der Gruppe und warum haben sie die Hütte verlassen und eine Jacke, trotz eisiger Kälte, zurückgelassen?

Währenddessen gehen auf der abgelegenen Radarstation in Stokkness seltsame Dinge vor sich. Es schellt an der Tür, aber auf der Überwachungskamera ist nichts zu erkennen, und trotzdem hört Hjörvar Stimmen über die Gegensprechanlage. Als es wiederholt passiert, wird es ihm unheimlich. Auch die Katze auf der Station benimmt sich eigenartig. Dann erzählt ihm sein Kollege auch noch eine haarsträubende Geschichte über den Selbstmord von Hjörvars Vorgänger……

Bislang habe ich von Yrsa Sigurdardóttir die zurzeit noch vierbändige isländische Krimireihe mit der Psychologin Freya und Kommissar Huldar verschlungen. Mit ihrem neuen Roman „Schnee“ beweist sie erneut ihr Können, indem sie dem Krimi unter anderem einen mystischen Touch verleiht. Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, wo die Grenze zwischen Einbildung und Realität verläuft. Haben sich die Protagonisten alles vielleicht nur eingebildet und es wird für alles eine simple Erklärung geben? Am Ende lässt sie geschickt die Fäden zusammenlaufen und überrascht wieder einmal mit einem unvorhersehbarem Schluss.

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Henny & Ponger

Autor: Nils Mohl

Verlag: mixtvision

ISBN: 978-3-95854-182-5

Preis: 18,00 €

Buchtipp von: Vanessa Bartz (September 2022)

Henny & Ponger

Ponger fährt mit der S-Bahn 31 Richtung Hamburg-Altona. In der Nähe sieht er Henny sitzen. Er sieht ihre leuchtenden Augen und kann einfach nicht aufhören, immer wieder zu ihr herüber zuschauen. Sie kommen in ein Gespräch, reden über das Buch, das beide lesen und schon geht die rasante Geschichte los. Henny kennt erstaunlicherweise Pongers Namen, …

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Ponger fährt mit der S-Bahn 31 Richtung Hamburg-Altona. In der Nähe sieht er Henny sitzen. Er sieht ihre leuchtenden Augen und kann einfach nicht aufhören, immer wieder zu ihr herüber zuschauen. Sie kommen in ein Gespräch, reden über das Buch, das beide lesen und schon geht die rasante Geschichte los. Henny kennt erstaunlicherweise Pongers Namen, zieht plötzlich die Notbremse, gibt ihm ein Handy und verschwindet. Noch am stehenden Zug wird er von der Polizei wegen Henny befragt. Ponger stellt sich dumm und erzählt nichts über sie. Obwohl er sie deckt, ist ihm das alles nicht geheuer. Er entsorgt das Handy und versucht sein Leben weiter zuführen. Doch Henny findet Ponger und bittet ihn auf ihre coole Art um Hilfe. Auch wenn Ponger weiß, dass Henny gesucht wird und ein Geheimnis hat, begleitet er sie auf die Insel Amrum. Während Ponger glaubt, die Liebesgeschichte seines Lebens zu erleben, hofft Henny, ihr altes Leben zurückzubekommen.

"Henny & Ponger" erzählt eine außergewöhnliche Liebesgeschichte. Schnell möchte man hinter Hennys Geheimnis kommen und hofft, dass Ponger nicht von ihr verletzt wird. Auf der anderen Seite fragt man sich aber auch, welche Geheimnisse Ponger mit sich trägt. Beide sind wirklich sehr sympathische Charaktere und besonders der Wortwitz von Henny lässt einen oft auflachen. Es passieren viele unerwartete Dinge, die den Leser bis zu letzten Seite fesseln. Die Altersempfehlung für das Buch ist ab 14 Jahren.

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Samson und Nadjeschda

Autor: Andrej Kurkow

Verlag: Diogenes

ISBN: 978-3-257-07207-5

Preis: 24,00 €

Buchtipp von: Rainer Francke (August 2022)

Samson und Nadjeschda

1919: Die Wirren der Russischen Revolution haben die Stadt Kiew erreicht. Der junge Samson erlebt, wie sein Vater von Kosaken getötet wird und hat großes Glück, dass er selbst mit dem Leben davon kommt – ein Ohr allerdings verliert er in dem Kampf. Seine Mutter ist bereits länger verstorben, also ist er jetzt Vollwaise und muss sich allein …

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1919: Die Wirren der Russischen Revolution haben die Stadt Kiew erreicht. Der junge Samson erlebt, wie sein Vater von Kosaken getötet wird und hat großes Glück, dass er selbst mit dem Leben davon kommt – ein Ohr allerdings verliert er in dem Kampf. Seine Mutter ist bereits länger verstorben, also ist er jetzt Vollwaise und muss sich allein durchschlagen. Zum Glück bleibt ihm die elterliche Wohnung, aber auch hier muss er mit Einquartierungen zweifelhafter Soldaten der neuen Machthaber leben.
Durch Zufall landet er beruflich bei der neuen sowjetischen Polizei in Kiew, die ihre Rolle noch finden muss – wie er selber ja auch völlig ohne jede Ermittlungserfahrung ist. Und sein erster Fall ist gleich mysteriös: es geht um einen Knochen aus reinem Silber, auch ein Anzug aus bestem englischen Tuch spielt eine Rolle. Zum Glück hat ihm seine fürsorgliche Vermieterin eine Untermieterin, Nadjeschda vom neuen bolschewistischen Statistikamt, vermittelt, die ihm helfen kann und in die er sich – natürlich – verliebt. Und beiden gelingt letzten Endes die „Lösung“ des Falls, grotesk und skurril …
Ein ungewöhnlicher Kriminalroman vor historischer Kulisse, reines Lesevergnügen!

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Beifang

Autor: Martin Simons

Verlag: Aufbau

ISBN: 978-3-351-03879-3

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Stefan Decken (August 2022)

Beifang

Frank ist über vierzig Jahre alt, hat einen Sohn, der allerdings bei seiner Exfrau in Süddeutschland lebt. Frank jobbt als Freiberufler in Berlin, arbeitet viel im Homeoffice, und hat immer weniger Kontakt zu Freunden und Verwandten. Irgendwie hängt er gerade durch. Als ihn seine 'Gelegenheitsgeliebte', die er alle sechs Wochen mal sieht, auf …

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Frank ist über vierzig Jahre alt, hat einen Sohn, der allerdings bei seiner Exfrau in Süddeutschland lebt. Frank jobbt als Freiberufler in Berlin, arbeitet viel im Homeoffice, und hat immer weniger Kontakt zu Freunden und Verwandten. Irgendwie hängt er gerade durch. Als ihn seine 'Gelegenheitsgeliebte', die er alle sechs Wochen mal sieht, auf seine Familie anspricht, muss Frank sich eingestehen, dass er fast nichts über sie weiß. Besonders über das (vergangene) Leben seiner Großeltern, Onkel und Tanten. Wie hat sein Großvater Winfried Zimmermann, der nach dem Krieg als Zechenhilfsarbeiter zwölf Kinder großzog und womöglich vom eigenen Sohn durch Brandstiftung getötet wurde, gelebt? Wie haben es so viele Menschen ausgehalten im kleinen engen Zechenhaus in Beifang am nördlichen Rand des Ruhrgebiets?
Frank wird neugierig. Da zwischen ihm und seinem immer noch in Beifang lebenden Vater Schweigen herrscht, entscheidet sich Frank, den Kontakt zu seinen zahllosen Onkeln und Tanten zu suchen, um mit ihnen die Vergangenheit zu erkunden. Sie alle sind von ihrer elenden Kindheit und der armseligen Zechensiedlung gezeichnet, vom Aufwachsen mit der vom Schicksal gebrochenen Mutter und dem im Krieg traumatisierten Vater.
Je mehr sich Frank auf das Geschehen im Beifang jener Jahre einlässt, desto mehr wird ihm bewusst, welchen großen Schatten seine Herkunft auf die eigene Gegenwart wirft.

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Die Schuhe meines Vaters

Autor: Andreas Schäfer

Verlag: DuMont

ISBN: 978-3-8321-8196-3

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (August 2022)

Die Schuhe meines Vaters

Nach seinem erfolgreichen Roman “Das Gartenzimmer“ hat Andreas Schäfer nun mit „Die Schuhe meines Vaters“ ein ganz persönliches Buch geschrieben: Als der Vater nach einer Biopsie nicht wieder aus der Narkose erwacht, steht Andreas Schäfer vor einer unvorstellbaren Aufgabe: Über Leben und Sterben der Person zu entscheiden, die einem selbst das …

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Nach seinem erfolgreichen Roman “Das Gartenzimmer“ hat Andreas Schäfer nun mit „Die Schuhe meines Vaters“ ein ganz persönliches Buch geschrieben:
Als der Vater nach einer Biopsie nicht wieder aus der Narkose erwacht, steht Andreas Schäfer vor einer unvorstellbaren Aufgabe: Über Leben und Sterben der Person zu entscheiden, die einem selbst das Leben geschenkt hat. Der zuständige Arzt bestätigt den Hirntod und zunächst scheint klar, was zu tun ist, schließlich wollte der Vater nie von Maschinen am Leben gehalten werden. Doch ein letztes Fünkchen Hoffnung oder ein Rest Zweifel bleibt und lässt den Sohn zögern. Die folgenden Tage nutzt er, um das Verhältnis zu seinem Vater zu hinterfragen. Wer war dieser Mann, der ihm einerseits so vertraut war und dessen Launen ihm gleichzeitig oft so unverständlich und fremd blieben?
1937 geboren in Berlin, werden seine ersten Jahre vom zweiten Weltkrieg überschattet, auch wenn er sich an diese Zeit später kaum noch erinnern wird. Die Eltern betreiben eine Metzgerei, haben immer viel zu tun und schieben das Kind zeitweilig zum Onkel an den Bodensee ab. Hier verbringt der Junge zwar die glücklichsten Tage seiner Kindheit, doch die Ablehnung der Eltern prägt ihn nachhaltig und ist Jahre später mit ein Grund für das endgültige Zerwürfnis. Statt an den Eltern orientiert er sich an seinem geliebten Onkel - geht auf Reisen und entdeckt die Welt. Er lernt seine große Liebe kennen, heiratet, der Sohn wird geboren, die Ehe zerbricht und trotzdem bleiben die beiden einander bis zum Ende verbunden. All das machte ihn aus. Doch was davon prägt auch noch die nächste Generation? Dies und anderes Existenzielles gehen Andreas Schäfer am Sterbebett des Vaters durch den Kopf. Das Schreiben nutzt er als Aufarbeitung, als Annäherung an den Vater, den er kurz vor dessen Tod noch viele Fragen zu seinem Leben stellen konnte. Herausgekommen ist ein berührendes Buch über Leben und Sterben, Trauer und Versöhnung.

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