Unsere Empfehlungen

Für eine kurze Zeit waren wir glücklich

Autor: William Kent Krueger

Verlag: Piper

ISBN: 978-3-492-05845-2

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Rainer Francke (Juli 2019)

Für eine kurze Zeit waren wir glücklich

50 Jahre nach den Ereignissen in New Bremen im Sommer 1961 erzählt der damals 13-jährige Frank Drum die Geschichte, wie der Tod in seine kleine Heimatstadt kam. Erst stirbt ein Schulfreund beim Spielen an den Gleisen, dann finden sein Bruder und er eine Leiche am Fluss, s…

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50 Jahre nach den Ereignissen in New Bremen im Sommer 1961 erzählt der damals 13-jährige Frank Drum die Geschichte, wie der Tod in seine kleine Heimatstadt kam. Erst stirbt ein Schulfreund beim Spielen an den Gleisen, dann finden sein Bruder und er eine Leiche am Fluss, schließlich verschwindet seine ältere Schwester: Ganz schön viel Leben, was da auf Frank niederfährt.
Und Frank kann natürlich auch nicht alles einordnen, was da um ihn herum geschieht. Doch steckt er immer irgendwie mittendrin, denn sein Vater ist als Pfarrer eine zentrale Persönlichkeit in New Bremen, und dadurch weiß Frank oft ein wenig zu viel – zumindest mehr, als er verstehen kann.
Seine geordnete Welt löst sich auf, und Frank muss schneller erwachsen werden als ihm lieb ist. Die Ehe seiner Eltern droht unter der Last des Schicksals seiner Schwester zu zerbrechen, er erfährt die Kraft des Glaubens, der Loyalität, er erlebt die zerstörerische Kraft von Vorurteilen – und muss gleichzeitig seinen Bruder schützen …
Ein gut gemachter, teilweise wirklich berührender Roman um das Erwachsenwerden eines Jungen und ein wenig auch ein Krimi. Sehr lesenswert.

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Das schnellste Rennen ihres Lebens

Autor: Peter Carey

Verlag: S. Fischer

ISBN: 978-3-10-397379-2

Preis: 24,00 €

Buchtipp von: Stefan Decken (Juli 2019)

Das schnellste Rennen ihres Lebens

Australien, 1954: Auch in diesem Jahr findet das Redex Trial statt. Ein Autorennen für Serienfahrzeuge über 10 000 Meilen rund um den Fünften Kontinent über eine Route, die kaum ein Wagen ohne Schäden übersteht. Nicht umsonst gilt das Redex in den 1950ern und 1960ern als eines der h…

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Australien, 1954: Auch in diesem Jahr findet das Redex Trial statt. Ein Autorennen für Serienfahrzeuge über 10 000 Meilen rund um den Fünften Kontinent über eine Route, die kaum ein Wagen ohne Schäden übersteht. Nicht umsonst gilt das Redex in den 1950ern und 1960ern als eines der härtesten Rennen der Welt.
Irene Bobs liebt schnelle und spektakuläre Rennen. Ihr Ehemann Titch ist der beste Autoverkäufer im Südosten Australiens. Aber die Zeiten könnten besser sein, so ein richtig finanziell gutes Leben führen die beiden nicht, ihren Kindern können sie lang nicht alle Wünsche erfüllen, ihr Haus bräuchte mal dringend etliche Renovierungsarbeiten. Gemeinsam wollen sie am Redex teilnehmen, weit nach vorne fahren, in den Schlagzeilen sein. Begleitet werden sie eher zufällig von ihrem Nachbarn Willi Bachhuber. Der kann zwar nicht richtig Auto fahren, hat aber ein Faible für Kartografie. Zielsicher navigiert er den Ford über kreuzende Flussläufe, unwegsame Pfade und staubige Sandpisten quer durch das Outback - und bringt sie zeitweise doch vom richtigen Weg ab.
Denn das Rennen selbst ist ein Teil dieses grandiosen Romans, der andere, gewichtigere Teil führt die drei Piloten weg von dem weißen Australien hin zum Ursprung des Landes, zu den vergessenen Aborigines, hinein in die dunkelste Geschichte des Kontinents.

Der Australier Peter Carey wurde aufgrund seiner steten, sprachgewaltigen Auseinandersetzung mit der Geschichte seines Landes öfters ins Gespräch gebracht als Kandidat für den Literatur-Nobelpreis, bisher vergebens. Warten wir ab... Ich würde ihn Peter Carey sofort verleihen.

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So schöne Lügen

Autor: Tara Isabella Burton

Verlag: DuMont

ISBN: 978-3- 8321-8370-7

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Anne Simon (Juli 2019)

So schöne Lügen

„Es heißt ja, wenn man in New York bis dreißig nichts erreicht hat, dann erreicht man nie etwas. Louise ist neunundzwanzig.“ - Louise will es in New York zu etwas bringen, dafür arbeitet sie hart. Sie hat drei Jobs gleichzeitig und weiß wie sie sich zu geben hat, damit sie den Reichen…

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„Es heißt ja, wenn man in New York bis dreißig nichts erreicht hat, dann erreicht man nie etwas. Louise ist neunundzwanzig.“ - Louise will es in New York zu etwas bringen, dafür arbeitet sie hart. Sie hat drei Jobs gleichzeitig und weiß wie sie sich zu geben hat, damit sie den Reichen und Schönen, die sie so sehr bewundert, immer etwas mehr Geld aus der Tasche ziehen kann, als ihr zusteht.
Doch so sehr sie sich auch abmüht, sie kommt nicht voran. Tag für Tag wachsen ihre Selbstzweifel, die Karriere als Schriftstellerin rückt in immer weitere Ferne.
Aber plötzlich ist da Lavinia, die alles hat und alles zu sein scheint, wovon Louise je geträumt hat. Sie ist jung, reich, wunderschön und wahnsinnig interessant. Wie aus dem Nichts nimmt sie Louise unter ihre Fittiche, ab sofort sind die beiden unzertrennlich. Sie genießt das Leben, lässt sich mitreißen, sie tingeln von Party zu Party, von einem Event zum nächsten. Und alles wird per Social Media festgehalten. Wie viel mehr Spaß es macht, wenn man von allen anderen gesehen wird!
Louise lässt sich von der neuen Freundin verwöhnen, sich in teure Kostüme kleiden und zieht schließlich sogar bei ihr ein. Endlich darf sie Teil der Gesellschaft sein, die sie so lange von weitem beneidet hat. Nur nicht anhalten, damit die Leere hinter all dem nicht zum Vorschein kommt. Manchmal merkt Louise, dass ihr das eigene Leben zu entgleiten droht, doch was macht das schon, wenn es mit Lavinia so wunderschön ist? Allerdings nur so lange man ihre Regeln befolgt. Und dass das Ganze böse enden wird, erfahren wir schon ganz zu Beginn …
Tara Isabella Burton hat eine bitterböse Millieustudie geschaffen, glamourös und voller Abgründe.

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Aller Anfang

Autor: J. Courtney Sullivan

Verlag: Deuticke

ISBN: 978-3-552-06395-2

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Sigrid Pommeranz (Juli 2019)

Aller Anfang

Zu Sallys Hochzeit treffen sich vier unterschiedliche Frauen und Freundinnen wieder und erinnern sich an ihre Zeit am Smith Frauen-College: Die vier Mädels Sally, Bree, Celia und April lernen sie sich vor acht Jahren am College kennen, 24 Stunden später sind sie schon die beste F…

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Zu Sallys Hochzeit treffen sich vier unterschiedliche Frauen und Freundinnen wieder und erinnern sich an ihre Zeit am Smith Frauen-College: Die vier Mädels Sally, Bree, Celia und April lernen sie sich vor acht Jahren am College kennen, 24 Stunden später sind sie schon die beste Freundinnen. Celia vermisst ihr Zuhause, Bree denkt nur an ihren Verlobten, April fällt als Feministin besonders auf und Sally leidet unter dem Tod ihrer Mutter. Die Vier sind wie eine neue kleine Familie. Sie haben sich Geheimnisse anvertraut, aber auch manch kleines Geheimnis für sich bewahrt. Freundinnen brauchen sich in diesem Alter gegenseitig dringender als ihre Mütter, wahrscheinlich begleiten Mütter sie ab hier nur noch. Doch wieviel hält eine Freundschaft aus? Wer erzählt wem was , wer verschweigt wem was? Jedes der vier Mädchen ist etwas Besonderes und jede grundsätzlich unterschiedlich. Die Collegezeit hat die Vier stark geprägt und sie treten anschließend quasi als neue Menschen ins Leben. Sie sind sich nicht immer einig und zwischendurch scheint sogar eine der Freundschaften zu zerbrechen.

Im Original erschien Sullivans Debütroman schon 2009, damals war sie selbst erst 28 Jahre alt und hatte ihre Zeit des Erwachsenwerdens wahrscheinlich noch sehr gut in Erinnerung. Der Roman umfasst ein knappes Jahrhundert, in dem jede Menge Aufregendes geschieht. Auch was es bedeutet, damals die Möglichkeit zu haben, als Frau ein College zu besuchen. Alle vier Frauen dürfen zu Wort kommen und ihre Sicht des Erlebten schildern. Für mich ein gelungener Roman.

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Blackwood

Autor: Britta Sabbag

Verlag: Fischer FJB

ISBN: 978-3-8414-4013-6

Preis: 18,99 €

Buchtipp von: Vanessa Bartz (Juli 2019)

Blackwood

Gesines Mutter ist gestorben. Jetzt muss sie ihre Heimatstadt Wien verlassen und zu ihrer Tante nach Irland in das kleine Dörfchen Blackwood ziehen. Und das Dorf ist wirklich klein: Jeder kennt jeden und weiß über alles Bescheid, jeder spielt seine Rolle und jeder glaubt an üb…

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Gesines Mutter ist gestorben. Jetzt muss sie ihre Heimatstadt Wien verlassen und zu ihrer Tante nach Irland in das kleine Dörfchen Blackwood ziehen. Und das Dorf ist wirklich klein: Jeder kennt jeden und weiß über alles Bescheid, jeder spielt seine Rolle und jeder glaubt an übernatürliche Dinge und Wesen. Für Gesine ist das alles Quatsch und das ist auch mit ein Grund, warum sie sich nicht zugehörig fühlt. Natürlich sind auch viele Dorfbewohner sehr nett, aber Gesine kann trotzdem mit niemanden über ihren Kummer reden. Außerdem muss man aufpassen, was man sagt, ansonsten hört man das Gesagte am nächsten Tag im Radio. Ja, so klein ist das Dorf.... Und wäre das nicht genug, verknallt sich Gesine in ihren Mitschüler Aron, wessen Familie das erfolgreichste Butterunternehmen im Umkreis führt. Gesine ist verzweifelt. Doch eines Tages findet sie in ihrer Schreibtischschublade einen Brief. Der Brief stammt von ihren zukünftigen Ich und ab dann ändert sich alles.

Als ich den All-Age-Roman angefangen habe zu lesen, habe ich gar nicht so viel erwartet. Das Buchcover hatte mich aber angezogen und ich hätte nicht gedacht, dass die Geschichte so gut ist. Mir fiel es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ich musste unbedingt erfahren, wie Gesine weiter agiert. Außerdem ist das Thema sehr interessant: Was würde ich meinem Ich aus der Vergangenheit schreiben? Und wie würde eigentlich dieses Ich reagieren? Die Autorin hat eine mögliche Antwort auf diese Fragen schön und spannend umgesetzt.

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Ein letzter Sommer in Méjean

Autor: Cay Rademacher

Verlag: Dumont

ISBN: 978-3-8321-8371-4

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Rainer Francke (Juni 2019)

Ein letzter Sommer in Méjean

Sommer 1984: Sechs junge Leute aus Deutschland erholen sich von den Abi-Strapazen im Ferienhaus der Familie eines der Freunde in Mejean, einem kleinen Fischerdorf an der Cote Bleue in Frankreich. Gemeinsam haben sie eine tolle, weitgehend unbeschwerte Zeit – bis eines Abends d…

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Sommer 1984: Sechs junge Leute aus Deutschland erholen sich von den Abi-Strapazen im Ferienhaus der Familie eines der Freunde in Mejean, einem kleinen Fischerdorf an der Cote Bleue in Frankreich. Gemeinsam haben sie eine tolle, weitgehend unbeschwerte Zeit – bis eines Abends der Gastgeber zum nächtlichen Schwimmen geht und am nächsten Morgen seine Leiche entdeckt wird. Es ist klar, dass er ermordet wurde. Den Täter kann die französische Polizei nicht ermitteln.
Sommer 2014: Ein geheimnisvoller Brief hat die fünf Überlebenden erneut nach Mejan gelockt, ins selbe Haus wie damals. Seit der aufwühlenden Tat hatten sie kaum Kontakt untereinander, doch der Brief, der die Aufklärung der Tat verspricht, zwingt alle nach Frankreich. Außer ihnen reist Kommissar Renard aus Marseille an, der den Brief ebenfalls erhalten hat und den ungelösten Mordfall lösen soll.
Unsicherheit, Gruppendynamik – jeder verdächtigt jeden, und auch im kleinen Fischerdorf gibt es Unruhe, denn dort haben einige ebenso schlechte Erinnerungen an 1984 …
Ein toller Sommer-Krimi, der geduldig und gleichzeitig spannend unterschiedliche Lebenswege und eine fatale Geschichte aufrollt …

Cay Rademacher hat bisher historisch genaue Krimis aus dem Hamburg der Nachkriegszeit sowie eine Reihe von Krimis aus der Provence geschrieben. „Ein Sommer in Mejean“ gehört nicht in diese Reihen.

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Tage in Cape May

Autor: Chip Cheek

Verlag: Blessing

ISBN: 978-3-89667-637-5

Preis: 22,00 €

Buchtipp von: Stefan Decken (Juni 2019)

Tage in Cape May

Herbst 1957 an der amerikanischen Ostküste: Henry und Elfie haben direkt nach ihrem Highschool-Abschluss geheiratet. Sie stammen aus dem gottesfürchtigen Binnenland Georgias, sind Farmerskinder und haben von der 'großen' Welt noch nichts gesehen. Jetzt verbringen sie ihre zw…

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Herbst 1957 an der amerikanischen Ostküste: Henry und Elfie haben direkt nach ihrem Highschool-Abschluss geheiratet. Sie stammen aus dem gottesfürchtigen Binnenland Georgias, sind Farmerskinder und haben von der 'großen' Welt noch nichts gesehen. Jetzt verbringen sie ihre zweiwöchigen Flitterwochen in Cape May, einem kleinen Ferienort an der Küste. Zum erstem Mal überhaupt sind sie allein unterwegs, und dieses ungewohnte Zweisein fällt den sexuell noch unerfahrenen Jugendlichen nicht leicht. Zudem ist das Städtchen fast verlassen, die Saison zu Ende.
Gerade als sie beschliessen, früher als geplant nach Hause zurückzukehren, treffen sie auf die zehn Jahre ältere Clara, die in einem Ferienhaus eine Gruppe glamouröser Freunde aus New York versammelt hat. Dort wird gefeiert, üppig gegessen und getrunken, Dope herumgereicht, geliebt... Und Henry und Elfie werden eingeladen, mit zu feiern. Nach anfänglichem Zögern geben sie ihrer Neugier auf diese schönen, reichen, anscheinend unbeschwert genießenden Fremden nach und werden allmählich Teil der Gruppe. Ohne zu wissen, dass sie in eine Situation geraten sind, die ihr zukünftiges Leben entscheidend verändern wird.

Der in Deutschland noch unbekannte Schriftsteller Chip Cheek hat mit "Tage in Cape May" einen Roman vorgelegt, der die gesellschaftliche Realität der amerikanischen Gesellschaft in den Fünfzigerjahren spiegelt.

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Willnot

Autor: James Sallis

Verlag: Liebeskind

ISBN: 978-3-95438-102-9

Preis: 20,00€

Buchtipp von: Anne Simon (Juni 2019)

Willnot

Willnot, eine verschlafene Kleinstadt im amerikanischen Nirgendwo, fern vom Trubel der Gesellschaft. Lamar Hale hat es vor vielen Jahren genau deshalb hierher gezogen, weil er genug von der Welt hatte. Weil er sich hier ein wenig von der Gesellschaft ausklinken und sich ganz den…

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Willnot, eine verschlafene Kleinstadt im amerikanischen Nirgendwo, fern vom Trubel der Gesellschaft. Lamar Hale hat es vor vielen Jahren genau deshalb hierher gezogen, weil er genug von der Welt hatte. Weil er sich hier ein wenig von der Gesellschaft ausklinken und sich ganz den alltäglichen Dingen des Lebens widmen kann. Meist genügt es ihm ein gutes Gespräch mit Richard zu führen, das gemeinsame Essen zu genießen und sich um die Gebrechen des Katers zu kümmern.
Als einziger Arzt in der Kleinstadt ist er allerdings nicht nur für das Wohlergehen seines Haustieres zuständig, sondern kümmert sich auch gewissenhaft um die Gesundheit sämtlicher Bewohner des Ortes. Von kleineren therapeutischen Gesprächen bis hin zu Notoperationen ist er Anlaufstelle für Probleme jeglicher Art.
Aus diesem Grund wird er auch hinzugerufen, als am Rande der Stadt mehrere Leichen in einer Kiesgrube gefunden werden. Die Polizei ist ratlos und auch Lamar kann nicht viel zu den Ermittlungen beitragen. Schon bald rückt eine Spezialeinheit von ausserhalb an und mit der sonst so verlässlichen Ruhe ist es erst mal vorbei.
Als wäre dies nicht genug Aufregung, taucht ein alter Bekannter von Lamar, ein Soldat namens Bobby Lowndes, auf. Doch so schnell wie er gekommen ist, verschwindet er auch schon wieder, denn das FBI ist ihm auf den Fersen.

Hier könnte nun die klassische Krimihandlung einsetzen. Ein Haufen Leichen, die Suche nach einem Motiv, das mysteriöse Auftauchen eines alten Bekannten und eine noch viel mysteriösere FBI-Beamtin. Aber nicht so bei James Sallis. Auch wenn es ein paar typische Sallis-Motive gibt - der einsame Held auf der Flucht vor inneren Dämonen, eine Kleinstadt mit verschrobenen, aber liebenswerten Bewohnern - klassische Genreerwartungen lässt er links liegen. Die begonnenen Handlungsstränge verlieren sich im Laufe des Romans ein wenig, um wunderbaren Dialogen und Alltagsbeobachtungen Platz zu machen. Die Melancholie, die dabei aufkommt, ist bisweilen herzzerreissend und die Zeit- und Gedankensprünge fordern zum besonders aufmerksamen Lesen auf. So spielt James Sallis mal wieder, und von Roman zu Roman immer stärker, mit den Erwartungen des Lesers - enttäuscht jene, die einen klassischen Krimi erhoffen und beglückt alle, die schon lang auf neues von ihm gewartet haben.

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